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„Loslassen, um Raum für Neues zu schaffen“

Wie auch Einzelkämpfer und kleine Betriebe erfolgreich einen Innovationsprozess starten und sich weiterentwickeln können, verrät Innovationsmanagerin Monika Edlinger.

Anita Arneitz
Für Monika Edlinger bedeutet Innovation die Weiterentwicklung von Unternehmen – und dafür sollten sich auch kleine Betriebe Zeit nehmen.
© KK/Philipp Für Monika Edlinger bedeutet Innovation die Weiterentwicklung von Unternehmen – und dafür sollten sich auch kleine Betriebe Zeit nehmen.
„Kärntner Wirtschaft“: Wie können kleine Betriebe ­innovativ sein?
Monika Edlinger: Kleinere Unternehmen können durch kleine Maßnahmen bereits Großes bewirken, zum Beispiel durch Spezialisierung, Weiterentwicklung der Produktpalette oder Kooperationen. Das erhöht die Attraktivität, senkt aber auch die Kosten.

Wie sieht ein Innovationsprozess als EPU aus?
Hier empfehle ich, den Prozess mit einigen Fragen zu beginnen: Was ist im vergangenen Jahr sehr gut gelaufen, was weniger gut? Wie verändert sich der Markt? Welche Auswirkungen hat das auf mein Unternehmen? Was bin ich bereit loszulassen? Das ist einer der wichtigsten Schritte, denn erst dadurch schafft man Raum für etwas Neues. Und dann die Frage: Was macht mir Freude? Und wie kann ich das, was ich gerne mache, in ein Angebot verwandeln.

Warum sind Innovationstools für Kleine so schwer anzuwenden?  
Es sind nicht die Tools, die es für kleine Unternehmen schwieriger machen, sondern die Art und Weise, wie sie sich mit Innovation auseinandersetzen. Sie haben Steuerberater und vielleicht noch einen Coach oder Rechtsanwalt. Aber mit wem arbeiten sie an der Weiterentwicklung des Unternehmens? Das ist der große Unterschied zu Konzernen. Diese arbeiten gezielt an der Weiterentwicklung ihres Unternehmens.
 
Was sind Stolpersteine, die Innovationsprozesse bremsen?

Vermutlich keinen Prozess zu haben. Bei Veränderungen ist es wichtig, strukturiert vorzugehen und sich konkrete, attraktive Ziele zu setzen. Diese Ziele sind aber auch in einem realistischen zeitlichen Rahmen zu planen. Doch noch viel wichtiger ist es, nicht gleich bei der ersten Hürde aufzugeben – dranbleiben und weitermachen.

Vor allem Dienstleister tun sich mit Innovation schwer ...
Auch Dienstleister befriedigen bestimmte Bedürfnisse. So wird auch die Dienstleistung zu einem Produkt. Und hier gilt es, ein Angebot zu bieten, das optimal auf die Bedürfnisse der Kunden abzielt. Mit Innovationscoaching können Betriebe ihr Unternehmen weiterentwickeln.

Wie beginnt man mit Innovation im eigenen Betrieb?

Hier empfehle ich vor allem von anderen zu lernen. Über den Tellerrand zu schauen und die Komfortzone zu verlassen, sich Zeit dafür zu nehmen und sich auch gezielt mit Freunden, Bekannten oder Experten auszutauschen.

Muss man auch laufende Geschäftsmodelle überdenken?

Unternehmer müssen immer häufiger und schneller ihr erfolgreiches Geschäftsmodell hinterfragen. Vier Faktoren werden während der laufenden Arbeit immer wieder vernachlässigt: Welchen Nutzen biete ich meinen Kunden? Wer sind meine Zielkunden? Wie werde ich sichtbar? Was macht mich oder mein Unternehmen einzigartig?

Ein gutes Geschäftsmodell ...

... ist für mich jenes, wenn ich am Ende des Tages sagen kann: Ich hatte einen großartigen Tag. Weil ich mit jenen Kunden zu tun habe, die mir Freude machen. Weil mir meine Arbeit Energie gibt und nicht nimmt. Weil ich so viel Zeit in mein Unternehmen investiert habe, wie ich es möchte. Und weil am Ende des Tages so viel Geld übrigbleibt, wie ich es gerne hätte.

Gehen Frauen anders an Innovation heran?

Ich denke nicht. Der Umgang mit Innovation ist eher eine Frage des Typs. Manche laufen einfach drauf los, biegen aber bei jeder kleinen Kreuzung ab und kommen daher nicht ans Ziel. Andere kommen aus dem Denken und Planen nicht heraus. Daher lieber unperfekt starten, als perfekt zu warten. Für alle gilt jedoch: Innovation braucht Struktur, Methode und Herz.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 6 der "Kärntner Wirtschaft".