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„Kooperation und Teamgeist vor Fachkompetenz“

Nur wer seine eigenen Grenzen und Werte kennt, kann auch andere Menschen führen – davon ist Unternehmensberater und Kommunikationstrainer Ronny Hollenstein überzeugt.

Claudia Blasi
Führung bedeutet Verantwortung und das erzeugt Stress. Mit dem richtigen Fokus und Selbstmanagement lassen sich aber Hürden meistern, weiß Ronny Hollenstein.
© KK Führung bedeutet Verantwortung und das erzeugt Stress. Mit dem richtigen Fokus und Selbstmanagement lassen sich aber Hürden meistern, weiß Ronny Hollenstein.
„Kärntner Wirtschaft“: Was zeichnet eine erfolgreiche Führungskraft aus?
Ronny Hollenstein: Die größte Herausforderung ist die Vorbildfunktion – jede Führungskraft sollte genau das tun, was sie selbst gerne von ihren Mitarbeitern möchte.

Welche Faktoren können die Führungsqualität stärken?
Im Grunde nimmt jede Führungskraft vier Rollen ein: Als Visionär und Vorbild setzen wir den Fokus und erarbeiten mit den Mitarbeitern Ziele und Leitbilder. Als Coach und Koordinator geht es um die Umsetzung, in der wir Mitarbeiter befähigen, begleiten und den Ablauf organisieren. Wer sich dieser Rollen bewusst ist, ist klar im Vorteil. 

Gibt es Vorbilder, von denen wir lernen können?
Ja, Kinder etwa. Sie tun die Dinge einfach und spielerisch und lassen sich auch von Fehlversuchen nicht beirren. Diese Lernkultur sollte auch in Betrieben gelebt werden. Wenn ein Vorhaben misslingt, dann ist es okay, scheitern ist erlaubt. Doch es wird erwartet, schneller wieder auf den Beinen zu stehen, nach dem Motto: Wenn du scheiterst, dann scheitere schnell. 

Wie gelingt es, auch unangenehme Themen professionell anzusprechen?
Je heikler die Themen, umso notwendiger ist die direkte Kommunikation. Menschen verstehen und akzeptieren Maßnahmen viel besser, wenn gute Gründe vorgebracht und argumentiert werden. In der direkten Ansprache ist aber zwischen der Person selbst und ihrer Leis­tung als Mitarbeiter zu differenzieren. Jeder sollte in Würde dazulernen dürfen.

Inwieweit sind Emotionen in der Kommunikation mit den Mitarbeitern hilfreich?
Wir sind Menschen und gerade Emotionen zeichnen uns aus – unsere Leidenschaft für etwas oder der Ärger über etwas machen uns zu dem, was wir sind. In einer Führungsposition muss ich aber Kontrolle über meine Gefühle haben und selbst entscheiden, in welchen Situationen ich sie bewusst und angebracht einsetze. 

Was hilft, um in stressigen Situationen den Überblick zu bewahren?
Distanz zur Situation gewinnen und in der Führungsrolle bleiben. Ich entscheide, wo die Prioritäten liegen: Was ist wichtig und was ist dringend? Auch wenn meine persönlichen Ansichten nicht immer  dem entsprechen, was von mir als Führungsperson erwartet wird, ist es wichtig, zu verinnerlichen, was meine Aufgabe in dieser Rolle ist.

Wie kann ich generell belastbarer werden?
Ein gutes Selbstmanagement kann die persönliche Resilienz  steigern. Dazu zählt etwa lösungsorientiert und ressourcenorientiert zu denken und nicht nur die Probleme im Blick zu behalten. Hinzu kommt ein bewusster Umgang mit mir selbst und meiner Umgebung. Die beste Maßnahme ist es aber, Dinge zu tun, die ich gerne tue – somit werde ich automatisch auf lange Sicht gestärkt.

Wie kann man Mitarbeiter dabei unterstützen, belast­barer zu werden?
Mitarbeiter brauchen Klarheit und Befähigung: Sie müssen das Ziel kennen und wissen, was von ihnen erwartet wird, und sie brauchen den Freiraum, ihre Arbeit auch umzusetzen. Nur gemeinsam können übergeordnete Ziele erreicht werden. Kooperation und Teamfähigkeit schlägt in diesem Fall ganz klar die Fachkompetenz.

Dieses Interview erschien in Ausgabe 13 der "Kärntner Wirtschaft".

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