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„Klimawandel ist eine große Chance für uns“

Hitzesommer, Dürren und sommerliche Tage im Spätherbst – das Interesse am Klimawandel ist ungebrochen. „Wir sind die erste Generation, die die Folgen spürt, und die letzte, die etwas dagegen tun kann“, meint ORF-Chefmeteorologe Marcus Wadsak.

Birgit Sacherer
Der Mensch ist für die globale Erwärmung verantwortlich, erklärt Meteorologe Marcus Wadsak.
© KK/vog.photo Der Mensch ist für die globale Erwärmung verantwortlich, erklärt Meteorologe Marcus Wadsak.
Kärntner Wirtschaft: Sie sind seit 25 Jahren in der ORF-Wetterredaktion tätig. Wie fühlt man sich als Wetter-Redakteur, wenn die Prognosen dann doch nur heiße Luft waren?
Marcus Wadsak: Das kommt vor, aber immer seltener. Wenn die Prognosen merkbar danebengegangen sind, dann muss man das dem Publikum erklären. Man muss ihnen erklären, was und warum es falsch war. Manchmal ist es aber auch so, dass wir es nicht besser vorhersagen konnten.

Sie weisen in den Wetter­berichten auch sehr deutlich auf den Klimawandel hin. Wie kam es dazu?
Das Interesse rund um den Klimaschutz ist explodiert. Zum einen, weil die Menschen merken, dass der Klimawandel bei uns stattfindet. Die vergangenen beiden Jahre hat es sehr stark zugenommen, weil viele junge Menschen deswegen auf die Straße gegangen sind. Zum anderen ist der Klimawandel  nicht mehr zu übersehen.

Der menschengemachte ­Klimawandel steht also ­außer Frage
?
Absolut.

Wie lässt sich das erklären?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir Menschen mit unserem Ausstoß von Treibhausgasen die aktuelle Erwärmung ausgelöst haben. Alle anderen Gründe, die einen Einfluss auf die Erwärmung der globalen Temperatur haben könnten, scheiden aus.

Was braucht es ­Ihrer Meinung nach, um den Klimawandel zu stoppen?

Das Wissen und Verstehen, was und warum es passiert. Wir brauchen auch ein Bewusstsein, das uns klar macht, dass wir mit vielen unserer Tätigkeiten das Klima beeinflussen. Und es braucht Mut, Maßnahmen, die es dafür braucht, zu ergreifen, um die globale Erwärmung einzubremsen.

Warum ist der Bedarf nach Aufklärung so groß?

Es gibt noch immer Menschen, die bestreiten, dass es einen Klimawandel gibt. Und es gibt noch immer, auch in der Politik, zu wenig Mut, um
klar zu sagen, was das Problem ist und wie wir es lösen können. Es fehlen oft die Visionen, die aber auf dem Tisch liegen. Wir wissen, was zu tun ist, aber wir tun uns immer noch sehr schwer, von dem Wissen in das Handeln zu kommen.

Der Klimaschutz – ein Motor der Regionalentwicklung?

Ich glaube, dass der Klimawandel und der Kampf dagegen uns allen große Chancen bietet. Es kann nicht sein, dass Obst, das um die halbe Welt geflogen ist, im Supermarkt billiger ist als jenes, das unsere Landwirte qualitätsvoll anbauen. Wir haben mit den regionalen Produkten große Stärken, das ist unsere große Chance. Das, was umweltfreundlich ist, muss belohnt und gefördert werden.

Viele Menschen haben das Gefühl, dass das Wetter in ihrer Kindheit anders war. Stimmt das?
Ja, aber nicht so oft, wie man das glaubt. Ich habe als kleines Kind einen Sommer in Wien erlebt, in dem es nie 30 Grad hatte. Mittlerweile haben wir mehr als 40 Tage mit über 30 Grad im Jahr. Die Erinnerung täuscht uns eher, wenn wir glauben, dass Weihnachten früher immer weiss war.

Was machen Sie persönlich für den Klimaschutz?
Ich fahre mit den Öffis, verzichte bei der Urlaubsplanung auf das Flugzeug und achte bei der Ernährung auf wenig Fleisch. Bei Obst und Gemüse achte ich auf biologischen Anbau sowie auf saisonale und auch regionale Produkte. Jeder, der das berücksichtigt, hilft mit, unser Klima zu retten.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 7 der "Kärntner Wirtschaft".

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Foto: KK/lichtblick-bonn.de

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