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„Junge wollen Wertschätzung bei der Arbeit“

Ansprüche, Erwartungen und Werte junger Mitarbeiter haben sich verändert. Worauf sich Betriebe künftig einstellen müssen, verrät Josef Herget vom Excellence Institute in Wien.

Dr. Josef Herget
© Perlmut Pictures

„Kärntner Wirtschaft“: Generation Z – wer ist damit gemeint?

Josef Herget: Die Generation Z bezeichnet alle nach dem Jahr 1995 Geborenen. Diese drängen nunmehr in den Arbeitsmarkt. Allerdings sollte man die Generationsabgrenzung nicht überbewerten. Die Zeiträume sind durchaus überlappend und jede Generation ist in sich heterogen.

Was ist charakteristisch für die Generation Z?

Jede Generation wird durch ein eigenes Lebensgefühl und vorhandene Werteprioritäten bestimmt. Bei der Generation Z ist dies zu einem das Aufwachsen mit sozialen Medien, die vollkommen selbstverständlich sind und die mit eigenen Kommunikationsmustern einhergehen. Zum anderen prägen natürlich die Erziehungsideale der Elterngeneration die Jungen. Häufig wird diesen eine besondere Anspruchshaltung attestiert: Sie sind wohlumsorgt aufgewachsen, mit viel positivem Feedback bestärkt und meist in materieller Sorgenfreiheit groß geworden – all das prägt. Aber auch die Bedeutung von Eigentum an Objekten ändert sich: Das Besitzen eines eigenen Autos ist für viele nicht mehr so wichtig, wie für die früheren Generationen.

Welche Auswirkung hat das auf Betriebe?  

Die Unternehmen benötigen Mitarbeiter, die engagiert Aufgaben wahrnehmen und den Betrieb voranbringen. Wichtig ist also eine Integration der Neuen, aber ebenso sollten diese ihre Qualitäten mit einbringen können und dadurch die Unternehmen zukunftsfähiger machen. Die Betriebe sollten folglich kompatibel werden zu den Erwartungen und der veränderten Wertestruktur ihrer jungen Mitarbeiter. Herausgefordert sind Unternehmenskultur, Führung, Karrierewege, aber auch tägliche Leistungserbringung durch veränderte Ansprüche an Arbeit und Organisation.

Wie werden Betriebe attraktiv für die junge Generation? 

Unternehmen fürchten zu Recht, dass die Loyalität der Generation Z zum Arbeitgeber eine andere ist. Die Jungen werden sich also schnell eine andere Arbeit suchen, wenn sie ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen. Zum einen werden die neuen Mitarbeiter eine neue Feedbackkultur einfordern. Jähr­liche Mitarbeitergespräche sind out, unmittelbares Feedback – nicht nur durch Führungskräfte – wird wichtig sein. Gleichzeitig werden neue Ansprüche an die Arbeitsorganisation gestellt – experimentelles Arbeiten, Arbeiten außerhalb der Büros, Projektarbeit mit wechselnden Rollen, Event-Charakter und agile Methoden werden geschätzt. Ansprüche an die Work-Life-Balance werden dominanter. 

Was sind Konfliktherde bei der Zusammenarbeit?

Insbesondere das bildungsaffinere Milieu erwartet eine hohe Wertschätzung und das Agieren auf Augenhöhe. Der Respekt vor dem Lebensalter, also das bislang häufig dominante Senioritätsprinzip, hat für einige der Jüngeren keine besondere Bedeutung, Leistung und Ideen zählen mehr. Auch starre Hierarchien und Prozesse werden nicht mehr ohne weiteres akzeptiert. Entscheidungen sollten demokratischer getroffen werden. Diese Generation möchte einbezogen werden.

Ihr Tipp?

Die Zukunft für die Generation liegt mehr im Jetzt. Die Ansprüche an Arbeitsinhalte und Arbeitsformen wandeln sich. Unternehmen müssen genau zuhören und gemeinsam ein neues Miteinander entwickeln. Nutzen Sie das Potenzial. Es bringt mehr Innovation und bessere Unternehmenskultur.

Zur Person:

Josef Herget lebt in Wien. Er studierte Betriebswirtschaft, Informationswissenschaft und Verwaltungswissenschaft. Er lehrte und forschte an Universitäten in Deutschland, Australien, Türkei, Schweiz und Österreich. Seit 2013 leitet er in Wien das Excellence Institute – Research und Solutions und forscht sowie berät zu Fragen der Business und Management Excellence. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehört das Thema Unternehmenskultur, zu dem er vor kurzem ein umfassendes Werk im Springer Verlag herausbrachte. Der begeisterte Golfer und Tango-Argentino-Tänzer führt in seiner Freizeit weltweit TV-Interviews mit Tango-Orchestern.

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