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„In der digitalen Welt heißt es umdenken“

Alles wird anders. Mit den Herausforderungen von morgen klar zu kommen ist nicht einfach. Wer aber seine Persönlichkeit berücksichtigt, kann sich leichter auf Veränderungen einlassen. Welche Mindset-Strategien dabei helfen, verrät Unternehmensberaterin und Coach Eva Brandt.

Unternehmensberaterin und Coach Eva Brandt setzt auf neue Strategien in Zusammenarbeit und Produktentwicklung.
© KK Unternehmensberaterin und Coach Eva Brandt setzt auf neue Strategien in Zusammenarbeit und Produktentwicklung.

„Kärntner Wirtschaft“: ­Welche Einstellung ist für die Arbeitswelt 4.0 nötig?

Eva Brandt: Jeder Mensch hat erblich bedingt unterschiedliche Bedürfnisse und diese sind auch nicht veränderbar. Wollen wir Zufriedenheit im Leben erlangen, müssen wir uns an der Basis unserer Persönlichkeit ausrichten. Und dabei gibt es drei Grundzüge der Persönlichkeit, die komplett unterschiedlich mit Veränderungen, Digitalisierung und innerer Einstellung, also dem Mindset, umgehen.

Wie sehen diese drei Grundzüge der Persönlichkeit aus?

Menschen, die analytisch, strukturiert und organisiert sind, sammeln zuerst alle Informationen und treffen dann eine Entscheidung. Manchmal schlafen sie auch ein oder zwei Nächte darüber, das sind eher zukunftsorientierte Menschen. Die zweiten sind die Macher. Sie sind temperamentvoll, gegenwartsorientiert und spontan, können sehr gut unter Druck arbeiten und treffen schnell Entscheidungen. Die Macher haben die nächsten 48 Stunden im Blick und halten sich ungern an Fünf-Jahres-Pläne.

Wen gibt es noch? 

Das sind die Geselligen. Sie sind in der Zeitorientierung vergangenheitsorientiert und bauen auf ihre Erfahrungen auf. Je stärker der Kreis ihrer Erfahrung, auf dessen Basis sie arbeiten, des­to wohler fühlen sie sich. Je mehr Routine sie haben, desto höher ist ihre Arbeitsgeschwindigkeit. Natürlich haben wir alle drei in uns, aber ein Grundzug dominiert erblich.

Was heißt das für einen Betrieb?

Der Gesellige hat die größte Herausforderung damit, sich in der digitalen Welt und dem Veränderungsprozess wohlzufühlen. Je stärker diese Persönlichkeit ausgeprägt ist, desto höher sind seine Ängste und er versucht sich an Routineprozessen zu orientieren oder sogar Veränderungen aufzuhalten. Der Macher hingegen findet die neue Arbeitswelt wunderbar. Alles was neu und innovativ ist, begeistert ihn, solange er mitgestalten darf. Und das ist der Schlüssel zum Mindset: Je mehr Mitarbeiter ich an der digitalen Transformation beteilige, desto schneller kann sie akzeptiert werden.

Wie funktioniert das in einem Team?

Bei Veränderungen muss ich den Geselligen früher abholen, damit er länger Zeit hat, sich auf die Veränderung einzustellen und er nicht unter Druck gerät. Gleichzeitig bekommt der Gesellige den zwischenmenschlichen Auftrag, sich im Prozess um die anderen zu kümmern. Das beherrscht er gut und lenkt ihn von sich selbst ab. Die erfolgreichsten Teams bestehen immer aus allen drei Typen. 

Wenn ich als Einzelunternehmer arbeite?

Unternehmen brauchen Ziele. Überlegen Sie, wo möchten Sie in 15 Jahren sein, auch wenn es illusorisch ist. Der nächste Schritt wäre, mit dem Kunden über das Ziel zu sprechen. In der digitalen Welt überlegt man sich mit dem Kunden, wie das Ziel mit Leben und Inhalt gefüllt wird. Das heißt, bevor ich etwas anbiete, muss ich hinausgehen und Kunden abfragen. Und man muss branchenübergreifend agieren. Ein Tischler sollte sich ruhig einmal mit einem Automobilbauer zusammensetzen.

Das erfordert Mut ...

Ja, man muss umdenken. Im neuen Mindset wartet man nicht bis zur Perfektion, sondern macht sich gemeinsam mit dem Kunden Gedanken zu einem Produkt. Mitgestaltung ist die höchste Form der Wertschätzung, und darüber freuen sich Kunden. Wenn ich Kunden mitgestalten lasse, dann identifiziert er sich viel stärker mit dem Produkt.

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