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„Im Digitalen geht es mehr um die Menschen“

Marketing hat sich verändert. Vor allem im Digitalen. Worauf Unternehmen achten sollten und welche Trends heuer nicht unterschätzt werden dürfen, verrät Kommunikationsexperte Robert Seeger.

Anita Arneitz
Alte Strategien in neuen Medien funktionieren nicht, weiß Marketingexperte Robert Seeger.
© KK/Renner Alte Strategien in neuen Medien funktionieren nicht, weiß Marketingexperte Robert Seeger.
„Kärntner Wirtschaft“: Worum geht es heute beim Marketing?
Robert Seeger: Bis vor wenigen Jahren haben Marketing und Werbung relativ einfach funktioniert – du musstest nur viele Menschen mit „kauf mich“ anschreien. Das funktioniert nicht mehr. Menschen vertrauen inzwischen den Marketingbotschaften und der Werbung am wenigsten. Trotzdem kaufen sie mehr denn je. Das heißt, Werbung wirkt dann, wenn sie nicht als plumpe Werbung daherkommt, sondern sie in das Leben der Menschen integriert wird, zum Beispiel verpackt als Geschichte. Es geht darum, relevante Informationen zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Kontext zu liefern.

Auf welche Marketingtrends sollten sich Betriebe 2020 einstellen?
Bei den Plattformen kommen zu den etablierten Platzhirschen Facebook und Instagram noch LinkedIn und TikTok hinzu. LinkedIn ist spannend für Branchen, die beratungsintensivere Dienstleis­tungen verkaufen, wie Berater. TikTok ist interessant für Branchen, die mit Menschen arbeiten, zum Beispiel Friseure, Handwerker, Restaurants, Gasthäuser oder Geschäfte.

Und abseits dieser Plattformen?
Da ist es gerade für kleinere Betriebe entscheidend zu verstehen, dass es in der digitalisierten Welt immer mehr um Menschen geht, weniger um Marken oder Unternehmen. Wenn man sich ansieht, wer digitalen Erfolg hat, dann sind es immer Menschen. Das bedeutet für die Praxis: weniger Unternehmens- und mehr Personenkommunikation. Und dabei ist es wichtig, Haltung zu bewahren und zu zeigen.

Was funktioniert im digitalen Marketing nicht?
Zum einen das Übernehmen von analogen Werbestrategien, zum anderen die sogenannte Push-Strategie. Das wären zum Beispiel Kaufbotschaften wie „Jetzt Auto kaufen. Bei mir 5000 Euro sparen. Alles super. Geil.“ Das blenden wir im Digitalen völlig aus. Was hingegen schon funktioniert ist die Pull-Strategie. Dabei zeigt man, was man macht und wie man es tut. Also man sagt nicht, ich bin der Beste, sondern zeigt, wie man sich weiterbildet, und teilt, wenn man wieder einen Kunden gewonnen oder zufrieden gemacht hat.

Das überfordert kleinere Betriebe oft?
Dabei ist heute die allerbeste Zeit für kleine Unternehmen. Noch nie zuvor war es so einfach, Menschen zu erreichen und in sein Geschäft zu holen. Aber man muss Umdenken. Im Marketing gibt es immer zwei Wie’s: das handwerkliche Wie und das Wie im Kopf. Man muss im Ansatz, wie man Menschen anspricht, fundamental etwas ändern. Häufig geht es nur um das Tun und die richtige Strategie.


Was wünschen Sie sich?
Unternehmer zu sein heißt, dass ich mich ständig verändere, mich auf Herausforderungen einstelle, raus aus dem Einheitsbrei gehe und mich neu erfinde. Und das kann jeder. Es ist keine Frage des Budgets, sondern der Einstellung und Glaubenssätze. Ich bin viel unterwegs und spüre sofort, welcher Geist in einem Unternehmen herrscht. Und dieser entscheidet über den Erfolg. Deshalb wünsche ich mir Unternehmen mit mehr Mut zur Veränderung. Und zwar an sich selbst, nicht nur an der IT-Infrastruktur. 

Dieses Interview erschien in Ausgabe 2 der "Kärntner Wirtschaft".

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Foto: KK/lichtblick-bonn.de

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