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„Entlastung muss jetzt die neue Devise sein“

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer skizziert im Interview die Herausforderungen, die von der neuen Bundesregierung bewältigt werden müssen, um dem Land Stabilität und den Betrieben Planbarkeit und Investitionssicherheit zu geben.

„Die Unternehmen des Landes wollen einfach nur wirtschaften“, sagt WKÖ-Präsident Harald Mahrer.
© KK/Fotograf & Fee „Die Unternehmen des Landes wollen einfach nur wirtschaften“, sagt WKÖ-Präsident Harald Mahrer.
Herr Präsident, Sie haben das Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition mitverhandelt. Wie zufrieden sind Sie als Wirtschaftsvertreter mit der Verein­barung?
Mahrer: Das vorliegende Programm ist tatsächlich das Beste aus beiden Welten. Auch, wenn die Gespräche nicht einfach waren, wurde in vielen Punkten etwas geschafft, das europaweit seinesgleichen sucht. Einerseits wird der Standort entlastet und Steuern werden gesenkt, das stärkt die Kaufkraft in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit. Andererseits wird das wichtige Thema Klimaschutz nicht gegen, sondern Hand in Hand mit der Wirtschaft angegangen.

In welchen Bereichen konnten die Ideen und Forderungen der Wirtschaft umgesetzt werden?

Das ist etwas, das mich ganz besonders freut: Sowohl Ein-Personen-Unternehmen, Klein- und Mittelbetriebe und auch Leitbetriebe profitieren von den geplanten Entlastungen. Ein-Personen-Unternehmen hilft etwa die leichtere Absetzbarkeit von Arbeitszimmern, Klein- und Mittelbetrieben die Ausweitung des Gewinnfreibetrages und unsere Leitbetriebe profitieren von der Senkung der Körperschaftsteuer auf 21 Prozent. Mir ist wichtig, dass jede Unternehmerin und jeder Unternehmer wesentliche Punkte für sich wiederfindet.

Welche Maßnahmen im Regierungsprogramm tragen zur Entbürokratisierung des Wirtschaftsstandorts bei?
Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer wollen eigentlich nur so einfach wie möglich wirtschaften. Mit der im Regierungsprogramm vorgesehenen Modernisierung und Vereinfachung der Verwaltung gehen wir da einen Riesenschritt in die richtige Richtung. Auch „Beraten vor Strafen“, das Once-Only-Prinzip und die Beschleunigung von Verfahren helfen unseren Mitgliedern immens. Durch die überfällige Entrümpelung der Bürokratie bleibt den heimischen Unternehmen nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

Nationalbank und Wirtschaftsforscher haben ihre Konjunkturprognosen gesenkt. Stehen wir vor einem schwierigen Jahr?
2020 wird anspruchsvoller, das prognostizierte Wachstum soll mit 1,1 bis 1,3 Prozent nur halb so groß ausfallen wie 2018. Protektionismus, Populismus, Separatismus und so weiter – die handelspolitischen und geopolitischen Spannungen und Entwicklungen hinterlassen global tiefe negative Spuren – davor kann sich Österreich als kleine, exportorientierte Nation nicht verschließen. Die gute Nachricht dabei ist: Wir stehen im europäischen Vergleich stabil da.

Und die schlechte Nachricht?

Wenn wir uns die globale Verunsicherung ansehen, sehen wir Probleme in den Exportmärkten und eine starke Zurückhaltung bei den Betrieben, was Investitionen betrifft. Das zeigt auch das Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer Österreich. Daher ist die neue Regierung ein ganz besonders wichtiges Zeichen für Stabilität, Planbarkeit und Inves­titionssicherheit – in schwierigen Zeiten das Um und Auf.

Welche Maßnahmen sollte die neue Regierung jetzt rasch setzen?
Es geht jetzt um eine rasch spürbare Entlastung für alle, wie sie im Regierungsprogramm verankert ist. Mit der geplanten Senkung
der Lohn- und Einkommensteuertarife bleibt Selbstständigen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto, was wesentlich zur Stabilisierung der Kaufkraft beitragen und für Investitionsanreize bei den Unternehmen sorgen wird.

Wie können solche Investitionsanreize zum Beispiel aussehen?
Wenn man will, dass Unternehmen investieren, brauchen sie dafür Rechts- und Planungssicherheit. Das betrifft das Energiesystem genauso wie die Digitalisierung. Die Betriebe müssen sich darauf verlassen können, dass die digitalen Netze ausgebaut werden. Dazu muss sich die neue Regierung budgetäre Spielräume schaffen. Und diese wird sie nur haben, wenn die Wirtschaft wieder stärker wächst.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 1 der "Kärntner Wirtschaft".

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Foto: KK/lichtblick-bonn.de

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