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„Beziehungen durch cleveres Bauen schaffen“

In der individualisierten Gesellschaft wird der Ruf nach neuen Wohnkonzepten immer lauter. Trendforscherin Oona Horx-Strathern verrät, wie das Bauen in der Zukunft aussehen könnte.

Anita Arneitz
Oona Horx-Strathern sah sich neue Wohnkonzepte auf der ganzen Welt an und glaubt an mehr Gemeinsamkeit bei Wohnen und Arbeiten.
© AA Oona Horx-Strathern sah sich neue Wohnkonzepte auf der ganzen Welt an und glaubt an mehr Gemeinsamkeit bei Wohnen und Arbeiten.
Wohin geht der Trend beim Wohnen?
Oona Horx-Strathern: In der Zukunft werden wir eher auf kleinerem Wohnraum leben, aber trotzdem viele andere Services in einem Gebäude haben, die man sich teilt. Das ist kostengünstiger und energieeffizienter.

Das wird auch als Co-Living bezeichnet?
Im Grunde umfasst Co-Living  eine individualisierte Gemeinschaft. Viele Menschen ziehen in die Stadt wegen der Anonymität, trotzdem sehnen sie sich nach Kontakten. Beim Co-Living lebt man zwar gemeinsam in einem Raum, hat aber auch genug Rückzugsraum für sich. Das Wohnkonzept bietet die Flexibilität, die Menschen brauchen. Durch Co-Living können sie leichter neue Kontakte knüpfen und Beziehungen aufbauen.

Wie können solche Konzepte im Alltag funktionieren?

Familien und ältere Menschen sind bereit, auf kleinem Wohnraum zu leben, aber es braucht eine gute Nachbarschaft und einen Zusammenhalt, um einen Ausgleich zu haben. Das heißt, eine große Küche, in der man sich trifft, oder eine Bibliothek, in der man auch Zeit verbringen kann, sind notwendig. Bei uns fängt diese Entwicklung gerade erst in den Großstädten an – vor allem bei den jungen Menschen. Wenn diese jungen Menschen dann einmal älter werden, sind sie es gewohnt, in solchen „shared spaces“ zu leben, und entkommen somit der Einsamkeit. Denn soziale Isolation ist bereits heute ein großes Thema.

Jede Generation hat andere Bedürfnisse. Wie geht das, wenn alle unter einem Dach leben?  
Bei den Co-Living-Communities, die ich besucht habe, gab es eine große Mischung der Generationen und Bewohner. Diese Diver­sität ist wichtig, wenn man einen lebendigen Stadtteil haben möchte. Und das kann man unterstützen, zum Beispiel durch Richtlinien der Stadt. In London müssen, wenn ein Hochhaus gebaut wird, 40 Prozent der Wohnungen leistbar sein. Damit kommen nicht nur die reichen „Yuppies“ in das Haus, sondern auch Krankenschwestern oder Feuerwehrmänner, die sich sonst dort nie eine Wohnung leisten könnten.

Am Land gibt es eine starke Abwanderung ...

Ich glaube, dass die Leute in verschiedenen Lebensphasen wieder auf das Land ziehen werden. Durch die Digitalisierung ist es kein Problem, auch vom Land aus zu arbeiten. Diese Bewegung ist in kleineren, ländlichen Städten schon spürbar. Denn zu jedem Trend gibt es einen Gegentrend.

Wie verändert sich das Arbeiten?
Durch die Digitalisierung sind wir mobiler und flexibler geworden, auch beim Wohnen. Deshalb glaube ich, dass es in Zukunft viel mehr Coworking-Spaces geben wird – auch in großen Firmen. Für die Firmen ist es kostengünstiger, das große Büro mit anderen zu teilen.

Wie können wir schon jetzt für die Zukunft besser bauen?
Wir sollten uns endlich von der Vorstellung verabschieden, dass eine Stadt eine Ansammlung von Gebäuden ist. Die Stadt ist aus Menschen gemacht und nicht aus Beton. Das heißt, wenn neue Stadtteile gebaut werden, müssen wir auch an die Beziehung zwischen den Menschen denken. Architekten können damit Beziehungen bauen, wie viele Beispiele bereits zeigen.

Ihr Tipp für Unternehmen, die bereits jetzt weiterdenken wollen?
Denken Sie immer auch an den Gegentrend. Was kommt nach der Digitalisierung? Wie könnten wir im postdigitalen Zeitalter leben?


Dieses Interview erschien in der "Kärntner Wirtschaft", am 4. Oktober 2019.

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