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"Alle spielen in der Wirtschaft Statusspiele"

Im Business setzt jeder Status ein und spielt damit. Warum sich Selbstständige auf diese Statusspiele einlassen müssen, verrät Autorin und Verhaltensanalyse-expertin Patricia Staniek.

Anita Arneitz
Beim Status wird das eigene Verhalten laufend flexibel angepasst, weiß Autorin Patricia Staniek.
© KK/Wolfgang Bauer Beim Status wird das eigene Verhalten laufend flexibel angepasst, weiß Autorin Patricia Staniek.
„Kärntner Wirtschaft“: Was ist Status konkret?
Patricia Staniek: Status ist eine Form verbaler und nonverbaler Kommunikation, in der Macht oder Über- und Unterordnung eine Rolle spielen. Bei Begegnungen ist er unvermeidlich – der soziale Status. Worum es mir geht, ist die Statuskompetenz. Das ist die Kunst, in unterschiedlichen Situationen die Entscheidung zu treffen, die jetzt gerade zielführender ist – Hochstatus oder Tiefstatus einzunehmen oder zu versuchen, sich auf einer möglichst gleichen Statusebene zu begegnen.

Welche Rolle spielen Macht und Status in der Wirtschaft?
Macht ist etwas, dass zur Menschheit dazugehört wie das Amen im Gebet. Und natürlich wird auch Status im Sinne einer Rang- und Statusordnung immer eine Rolle spielen. Status und Macht haben zu wollen, bezeichne ich gerne als das Vergleichs-Gen. Denn wir vergleichen uns und andere ständig.  In sozialen Stresssituationen wird das Statusverhalten von Menschen extrem sichtbar. Da greifen sie auf ihren bevorzugten Status zurück – Hoch- oder Tiefstatus. Wir sehen das an der Körpersprache und hören es an Stimme und Sprache. Der Mensch zeigt uns an einem Gesamtverhalten, ob er Hoch- oder Tiefstatus präferiert.

Was sind Statussymbole in der heutigen Zeit?
Für den Mann im Business kann es durchaus „mein Haus, mein Boot, mein Auto, meine Uhr“ sein. Für den Umweltschützer ist es sein Fahrrad. Statussymboliken sind Repräsentanten dafür, wer man ist oder oft auch wer man sein möchte. Für Männer im Business ist der Umgang mit Statussymbolen meist viel selbstverständlicher als für Frauen. Wobei sich bei Frauen in gehobenen Positionen auch Markenkleidung, Markentaschen und Markenschuhe erkennen lassen. Privat, in vielen Familien ist es so, dass die Frau das kleinere, kostengünstigere und weniger repräsentativere Auto fährt als der Mann.

Gehen Frauen und Männer mit Status anders um?
Im Business sind Männer noch immer die besseren Statusspieler und sie sehen Status und Macht selbstverständlicher an. Buben und Mädchen hören in der Kindheit oft unterschiedliche Sätze und Glaubenssätze. Während man den Burschen feiert, weil er sich mit Ellbogen durchgesetzt hat, gilt das Mädchen, das das Gleiche tut, als verzogene Göre, Querulantin oder Xanthippe. Männer werden als engagiert bezeichnet, Frauen als fleißig. Das macht den Unterschied. Beides impliziert jeweils etwas anderes. Es liegt an den Frauen, aufzurüsten. Führungsspitzen sind noch immer männlich dominiert. Deshalb gelten überwiegend auch männliche Spielregeln. 

Müssen sich Unternehmen auf Statusspiele einlassen, um erfolgreich zu sein?
Ja, das müssen sie. Es bleibt ihnen gar nichts anderes über, weil diese Statusspiele einfach passieren. Es ist immer nur die Frage, wie ich Status spiele. Wichtig ist es, die Spielregeln zu kennen. Sie können nicht Schach spielen, wenn Sie nicht die Regeln und Züge kennen. Genauso ist es im Business.

Wie mit Rückschlägen umgehen, damit der Status nicht darunter leidet?
Oft geht es nicht ohne Blessuren. Rückschläge sind Lernfelder. Wenn jemand das so sieht, hat er eine Möglichkeit, sich zu ent­wickeln und aus dem Rückschlag einen neuen Erfolg zu machen. Rückschläge sollte man mit Würde tragen, sich selbst in die Verantwortung nehmen und sich nicht als Opfer von jemandem oder etwas sehen.


Dieses Interview erschien in Ausgabe 4 der "Kärntner Wirtschaft".