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„Achte auf deine Gedanken, sie werden wahr“

Wie Gedanken Gefühle erzeugen und wie wir sie positiv steuern können, weiß „Gefühlsexperte“ Gerhard F. Schadler aus Graz.

Werden die Ärgervernetzungen im Gehirn aktiviert, kommt das Gefühl mit 400 km/h hoch – Training kann helfen, entsprechend zu reagieren, erzählt Gerhard F. Schadler.
© KK/Thomas Fischer Werden die Ärgervernetzungen im Gehirn aktiviert, kommt das Gefühl mit 400 km/h hoch – Training kann helfen, entsprechend zu reagieren, erzählt Gerhard F. Schadler.

„Kärntner Wirtschaft“: Die Physik lehrt uns, dass Energie niemals verlorengehen kann. Warum fühlen sich dann viele Menschen ausgebrannt und antriebslos?

Gerhard F. Schadler: Die Energie, die uns grundsätzlich zur Verfügung steht, geht tatsächlich nicht verloren. Doch sie kann blockiert werden, was dazu führt, dass uns ein Teil unserer Energie nicht zur Verfügung steht. Fallen die Blockaden jedoch weg, steht uns mehr Energie zur Verfügung, als für das Tagesgeschäft benötigt wird.

Was sind Ursachen, die den Energiefluss blockieren? 

Zu den häufigsten Ursachen für Energieblockaden gehören destruktive Gedanken wie Ängste, Sorgen und Zweifel. Diese führen zur Entstehung von destruktiven Gefühlen und diese wiederum blockieren unsere Energie. 

Kann man die eigenen Gedanken, die eigene Energie steuern?

Ja, das ist möglich. Unser Steuerinstrument zur Beeinflussung unserer Gefühle (und damit auch unserer Energie) sind unsere Sichtweisen – also wie wir geistig mit der jeweiligen Situation umgehen. Das ist auch der Grund, warum in einem Flugzeug ein Passagier bleich vor Flugangst ist, seine Sitznachbarin sich hingegen auf den Flug freuen kann. Objektiv erleben beide dieselbe Situation, doch ihre Sichtweisen lassen sie völlig unterschiedlich fühlen.

Wie lässt sich das erklären? 

Gefühle entstehen in drei Schritten: Ich begebe mich in eine Situation, bewerte diese aufgrund meiner Sichtweise und das Gehirn löst dann einen Hormonmix aus – Stress, Endorphine oder Gelassenheit.

Wie bringe ich meine Energie bei Stress wieder zum Fließen?
Dazu gibt es diverse Möglichkeiten. Hobbys können eine starke Kraftquelle sein. Allein der Gedanke an solche Aktivitäten führt nachweislich zur Anhebung des persönlichen Energielevels. Generell kann man sagen, dass alles, was das persönliche Wohlgefühl fördert, auch unsere Energie zum Fließen bringt.

Wie funktioniert ein optimales Ressourcenmanagement?
Optimales Ressourcenmanagement steht in direkten Zusammenhang mit der eigenen Sichtweise. Wenn ich meine Sichtweise auf das Positive einer Situation lenke, dann wird sich der positive Aspekt verstärken. Eine Erkenntnis, die auch kenianische Bergführer nutzen, um selbst untrainierten Touristen den Aufstieg auf den 5199 Meter hohen Mount Kenya zu ermöglichen.

Gibt es Tipps und Tricks, um im Arbeitsalltag Energie aufzutanken? 
Ein „Trick“ ist es, achtsam mit sich selbst umzugehen. Das bedeutet, zu bemerken, was uns aufbaut oder runterzieht und dann das Aufbauende zu forcieren und das Energieraubende – wenn möglich – sein zu lassen. 

Worauf sollten vor allem Unternehmer bei ihrem Energiehaushalt achten? 
Unternehmer, die unter Druck stehen, sollten darauf achten, diesen nicht durch Eigenaktivitäten weiter zu verstärken, denn das schränkt das klare Denken ein und somit die Entscheidungsfähigkeit und kann dazu führen, den Überblick und die persönliche Souveränität zu verlieren. 

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