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Industriekonjunktur Burgenland – 2. Quartal 2020

Die konjunkturelle Talsohle der Krise ist erreicht – leichte Hoffnung auf Aufwärtstrend

Die burgenländische Industriekonjunktur ist von vielen Unsicherheiten geprägt. Aufträge sind eingebrochen aber es gibt auch wieder optimistischere Prognosen. Viele Herausforderungen stehen noch bevor. 
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© Mother Image/Redshorts/mother image/Corbis

Wie erwartet zeigen die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage bei den burgenländischen Industrieunternehmen deutliche Rückgänge in Geschäftslage, Auftragsbestand und Auslandsaufträgen. Betrachtet man jedoch die in die Zukunft gerichteten Indikatoren, so scheint der Tiefpunkt der Corona-Krise durchschritten, vorausgesetzt, es kommt zu keiner größeren zweiten Welle. Umso dringender bedarf es gerade jetzt kluger, konjunkturstärkender Impulse und Planungssicherheit für die Unternehmen.

Die Geschäftslage bei den burgenländischen Industriebetrieben hat sich im zweiten Quartal insgesamt nochmals deutlich verschärft. Dabei gibt es teilweise deutliche Unterschiede in den einzelnen Industriebranchen. Auch die Gesamtauftragsbestände sind im aktuellen Beobachtungszeitraum deutlichen eingebrochen.

Völlig unklar bleibt weiterhin, wie stark und wie schnell die Erholung auf den globalen Märkten stattfindet. Unternehmen reagieren darauf mit Investitionszurückhaltung. Fahren auf Sicht ist derzeit die Devise. Die burgenländische Industriekonjunktur im zweiten Quartal spiegelt damit die allgemeine Unsicherheit wider.

Dennoch zeigt der Ausblick auf die nächsten Monate auch wieder leichten Optimismus. Dies zeigt sich auch in der wieder etwas positiveren Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten. Die auf den Shutdown folgenden Lockerungs-Maßnahmen gefolgt von Konjunkturpaketen haben die Situation deutlich verbessert.

Leicht verbessert hat sich auch der Indikator für den Beschäftigungsstand in drei Monaten. Für die Burgenländischen Industrieunternehmen ist es wichtig, die Mitarbeiter auch in der Krise halten zu können. Mittels „Corona-Kurzarbeit“ konnte – bei hohem, budgetären Aufwand – ein ansonsten dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden werden. Wichtig sind daher eine fortgesetzte Möglichkeit bzw. ein neues Modell der „Corona-Kurzarbeit“ ab Herbst.

Es brauche nun rasch eine optimistische Stimmung und die entsprechenden Rahmenbedingungen um dem Standort wieder den nötigen Aufschwung zu verleihen. Die Industrie ist bereit.

Um weitere Impulse für den Aufschwung zu setzen, gilt es jetzt weitere konjunkturstärkende Maßnahmen zu setzen. Diese müssen klug und behutsam gesetzt werden. Dabei braucht es vor allem eine gezielte Förderung von Investitionen sowie die Senkung der Körperschaftssteuer. Belastungsideen wie neue Steuern oder gar einer Arbeitszeitverkürzung wären dabei völlig kontraproduktiv.

Die Konjunkturumfrage des zweiten Quartals 2020 im Detail

Die unvorhergesehene Krisensituation im ersten Halbjahr 2020 zeigt sich auch in der aktuellen Konjunkturumfrage.

Weniger als die Hälfte der befragten Betriebe, nämlich 40 Prozent (54), beurteilen die derzeitige Geschäftslage als gut. 26 Prozent (36) bewerten sie als durchschnittlich und 34 Prozent (10) als schlecht.

Konjunkturbild
©

Auch beim Auftragsbestand sind die Ergebnisse deutlich weniger positiv als im Vorquartal. Dieser wird von 44 Prozent (61) als gut bewertet, 22 Prozent (29) der Betriebe gehen von einem durchschnittlichen Auftragsbestand aus und 34 Prozent (10) erwarten fallende Aufträge.

Bei den derzeitigen Auslandsaufträgen zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den zurückhaltenden Erwartungen der befragten Unternehmen. 25 Prozent (24) gehen von guten Auslandsaufträgen aus, 32 Prozent (58) von gleichbleibenden und 43 Prozent (18) von schlechteren.

Die Einschätzung der Verkaufspreise in drei Monaten weist auf stagnierende Preise. Keiner der Befragten, 0 Prozent (4), rechnet mit einer Steigerung. 83 Prozent (76) gehen von einer gleichbleibenden Situation bei den Preisen aus. 17 Prozent (20) der befragten Betriebe erwarten fallende Verkaufspreise.

Leicht optimistischer gegenüber dem Vorquartal zeigt sich beim Bild des Beschäftigtenstandes in 3 Monaten. 6 Prozent (1) der befragten Betriebe gehen davon aus, dass in drei Monaten mehr Arbeitnehmer beschäftigt sein werden. 89 Prozent (86) geht von einer konstanten Mitarbeiterzahl aus. 5 Prozent (13) rechnet mit einem geringeren Beschäftigtenstand.

Etwas besser ist auch die Beurteilung der Geschäftslage in 6 Monaten gegenüber dem Vorquartal. 27 Prozent (13) rechnen mit einer steigenden Tendenz. 58 Prozent (66) sind der Meinung, dass die Geschäftslage gleichbleiben wird und 15 Prozent (21) gehen von einem Rückgang aus.

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 1. Quartals 2020.

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