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Industriekonjunktur Burgenland – 1. Quartal 2022

Konjunkturaufschwung ist vorbei

Mitarbeitermangel, steigende Energie- und Rohstoffpreise, weltweit gestörte Lieferketten bremsen die Konjunkturentwicklung in der Industrie; auch der Ukraine-Krieg hinterlässt deutliche Spuren.

Grafiken
© Wutzkoh / AdobeStock

Die positive konjunkturelle Entwicklung im Vorjahr hat für die Burgenländische Industrie 2022 ein abruptes Ende gefunden. Massive Lieferkettenschwierigkeiten und Logistikprobleme in allen Bereichen und Branchen, sowie vor allem explodierende Energie- und Vormaterialkosten bremsen das Abarbeiten der Aufträge. Das Risiko eines Lieferstopps der alternativlosen Gasversorgung aus Russland schüren die Angst vor drohenden Produktionseinschränkungen und führt zu einem deutlichen Rückgang in der Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Ebenso gingen die bis dato hohen Auftragsbestände insgesamt signifikant zurück. Dies konnte auch die weiterhin stabile Entwicklung der Auslandsaufträge nicht kompensieren.

Aufgrund der weiterhin andauernden Verknappung von Rohstoffen, sowie der Kostenexplosion für Energie und Vormaterialien und den damit verbundenen nachhaltig erhöhten Produktionskosten, erwarten die heimischen Industrieunternehmen deutliche Steigerungen der Verkaufspreise.

Trotz der aktuell sehr gedämpften Geschäftslage und der großen Unsicherheit aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage, ist die Bereitschaft der Industrie, qualifiziertes Personal einzustellen, weiterhin hoch. Das Finden dieses Personal wird aber immer schwieriger. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist daher eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte.

Das unsichere wirtschaftliche Umfeld lässt die Burgenländische Industrie mit vorsichtigem Blick in den Herbst schauen. Hier erwarten 13 Prozent der Befragten (6) eine schlechte Geschäftslage. 

Jetzt gegensteuern

Die aktuelle Situation erfordert raschen Handlungsbedarf der Bundesregierung. Strompreiskompensation, Abschaffung der kalten Progression und Senkung der Lohnnebenkosten sind gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrieunternehmen und der gesamten Wirtschaft erhalten zu können. „Ohne rasche Gegenmaßnahmen besteht die Gefahr, dass viele Unternehmen ihre Produktion herunterfahren oder auslagern müssen. Angesicht der hohen Inflation darf es keinesfalls neue Belastungen für Unternehmen geben“, fordert Spartenobmann Blum die Verantwortlichen auf, endlich in die Gänge zu kommen. 

Um die zukünftige Energiesicherheit zu gewährleisten, gilt es, einen Masterplan für die Energiepolitik zu erstellen, um die Potenziale bei erneuerbaren Energien, Wasserstoff und grünem Gas zu heben. Da sich Erdgas kurz - und mittelfristig in vielen Bereichen nicht ersetzen lässt, ist derzeit vor allem die Aufrechterhaltung der Gasversorgung in Österreich sicher zu stellen. 

Die Konjunkturumfrage des ersten Quartals 2022 im Detail

Infografik zur Konjunktur im 1. Qiartal 2022
© WKB

In der Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage zeigt sich eine starke Zurückhaltung zum vorigen Quartal. 14 Prozent (60) der Industriebetriebe bewerten sie als gut. 53 Prozent (24) sehen die aktuelle Geschäftslage als durchschnittlich und 33 Prozent (16) beurteilen sie als schlecht.

Rückläufig ist auch die Beurteilung des derzeitigen Auftragsbestandes. 45 Prozent (68) der befragten Unternehmen sprechen von guten Auftragsbeständen. Als durchschnittlich wird dieser von 38 Prozent (23) gesehen und 17 Prozent (9) der befragten Betriebe bewerten den derzeitigen Auftragsbestand als schlecht.

Die derzeitigen Auslandsaufträge werden konstant wie im Vorquartal eingeschätzt. Von 51 Prozent (53) werden sie als gut beurteilt. 31 Prozent (30) der teilnehmenden Betriebe bewerten sie als durchschnittlich und 18 Prozent (17) geben schlechte Auslandsaufträge an. 

Ein Großteil der Befragten 84 Prozent (46) rechnet mit steigenden Verkaufspreisen in 3 Monaten. 15 Prozent (38) erwarten stabile Preise und 1 Prozent (16) der befragten Betriebe erwarten fallende Verkaufspreise. 

Sehr positiv fällt in den aktuellen Umfragewerten weiterhin die Beurteilung des Beschäftigtenstandes in 3 Monaten aus. 29 Prozent (25) gehen von einer steigenden Mitarbeiteranzahl aus, 61 Prozent (59) von gleichbleibenden und 10 Prozent (16) erwarten einen eher schlechten der Betriebe Beschäftigtenstand. 

Unsicherheit zeigt sich in die Einschätzung der Geschäftslage in 6 Monate. 13 Prozent (6) erwarten eine schlechte Geschäftslage in 6 Monate. 21 Prozent (14) sehen eine gute Geschäftslage, 66 Prozent (80) sind der Meinung, dass sie durchschnittlich bleibt. 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 4. Quartals 2021.

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