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Vom Sargverkäufer zum Dienstleister

Bestattungskultur im Wandel der Zeit

In wenigen Tagen wird zu Allerseelen wieder der Verstorbenen gedacht. Auch das Sterben unterliegt dem Wandel der Zeit. Feuerbestattungen nehmen kontinuierlich zu, aber auch die Bestattung selbst unterliegt Trends.

© (C) Juergen Feichter / EXPA / picturedesk.com

Im Vorjahr wurden im Burgenland 3.722 Menschen bestattet, rund 17 Prozent davon per Feuerbestattung. „Ein Trend der stetig zunimmt, 2017 waren es noch 9 Prozent“, erklärt Franz Nechansky, Innungsmeister der burgenländischen Bestatter.

Aber auch die Bestattung selbst verändert sich mit der Zeit, Nechansky erklärt: „Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Vor wenigen Jahren war es noch absolute Ausnahme, wenn ein Begräbnis nicht nach christlicher Liturgie durchgeführt wurde. Heute gibt es regelmäßig spezielle Wünsche und Vorstellungen, um sich von seinen Liebsten zu verabschieden.“

Die Liturgie bestimmt exakt die Zeremonie des Begräbnisses. „Hier bedarf es viel Fingerspitzengefühl des Bestatters, die Wünsche der Hinterbliebenen rundherum einfließen zu lassen“, erklärt Nechansky.

Dieser weiter: „Es gibt die Möglichkeit des „klassischen“ Begräbnisses, die Kombination aus einem Begräbnis mit einem sakralen Teil und zum Beispiel einem Nachrufredner, oftmals gibt es auch nicht konfessionelle Trauerfeiern, die mehr oder weniger frei gestaltet werden.“

Silver Society plant eigenes Begräbnis

Der Wandel der Gesellschaft ist auch bei der Silver Society, also bei den älteren Menschen, merkbar. So ist der Trend neu, dass Menschen ihr Begräbnis selbst bestimmen wollen. „Ältere Menschen kommen zum Bestatter, um ihr eigenes Begräbnis zu Lebzeiten quasi zu bestellen und dafür vorzusorgen“, erklärt der Innungsmeister und geht ins Detail: „Das geht soweit, dass die Menschen sich die Musikstücke, die gespielt werden, aussuchen, die Form des Begräbnisses bestimmen bzw. wer was bei der Trauerfeier spricht. Meist wird in diesem Zusammenhang auch schon die Finanzierung des Begräbnisses im Voraus geklärt.“

Auch die allgemeine Gesellschaftsstruktur spiegelt sich in unserem Gewerbe wider. „Es ist immer mehr und mehr der Fall, dass die Kinder durch ihre Arbeitsplatz- und Lebenssituationen kaum noch bei ihren Eltern im Ort wohnen. Somit ergibt sich dann die Frage, wer kümmert sich z.B. um die Grabpflege und ähnliches?“, so Nechansky.

Abschließend erklärt Innungsmeister Nechanksy: „Betrachtet man unsere Branche einst und heute, dann kann man sagen, dass wir vom ‚Sargverkäufer‘ zum Dienstleister wurden. Ein Großteil unserer Aufgaben ist es, die individuellen Wünsche des Verstorbenen bzw. der Trauerfamilie zu erfüllen – was mittlerweile bis hin zur ersten psychologischen Begleitung in dieser Ausnahmesituation geht. Die Kunden sind in der Situation oftmals überfordert, manchmal vollkommen rat- und hilflos. All diese Aspekte gilt es zu beachten, um auch in dieser Ausnahmesituation alle Wünsche der Kunden zu erfahren und zu berücksichtigen, um das unwiederholbare Begräbnis bzw. die Trauerfeier entsprechend zu gestalten.“

Derzeit gibt es im Burgenland 63 Bestatter mit weiteren 51 Standorten.

Franz Nechansky, Innungsmeister der burgenländischen Bestatter
© WKB Franz Nechansky, Innungsmeister der burgenländischen Bestatter

 

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