th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Rechtsklarheit für Betriebe schaffen

Ferialpraktikanten

© WKB/Lexi

In den Sommermonaten werden rund 1.200 Jugendliche Ferialpraxis in den burgenländischen Betrieben machen. An manchen Schulen sind Praktika vorgeschrieben, viele Jugendliche machen es aber auch freiwillig, um eventuell den künftigen Arbeitgeber kennen zu lernen. 

Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth dazu: „Wir begrüßen die Einführung von Pflichtpraktika im Rahmen der Schulausbildung, zuletzt auch im kaufmännischen Bereich. Die Wirtschaft ist sehr gerne bereit, Unterstützung zu leisten, damit möglichst viele Praktikumsplätze zur Verfügung stehen.“ Nemeth appelliert auch an die Unternehmer das Praktikum so spannend wie möglich zu gestalten, um den jungen Menschen Lust zu machen, sich in dem Beruf zu engagieren.  

Nemeth erklärt aber auch die Herausforderungen für die Unternehmer: „Es ist wichtig festzuhalten, dass es für die Unternehmen eine Herausforderung darstellt, Praktikanten in einer für beide Seiten sinnvolle Weise einzusetzen.“ 

Der Grund liegt im Detail: „Die Rechtssituation zum Thema Pflichtpraktika ist problematisch, weil diese zwar prinzipiell als Ausbildungsverhältnisse anzusehen sind, aber auch als Arbeitsverhältnis ausgestaltet sein können.“  

Konkret bedeutet das: Bei einem Praktikum ist es dem Jugendlichen gestattet sich zum Zweck seiner Aus- und Weiterbildung im Betrieb zu betätigen. Allerdings besteht keine Arbeitsverpflichtung. Es darf weder eine Bindung an die betriebliche Arbeitszeit oder eine Eingliederung in den Arbeitsprozess erfolgen, noch eine Weisungsgebundenheit gegeben sein. Nemeth: „Das sind Voraussetzungen, die in der Praxis kaum umsetzbar sind. Man sollte meinen, dass genau das Einhalten von Arbeitszeiten und das Umsetzen von Arbeitsaufträgen zum Erwerb von praktischen Kenntnissen und Fähigkeiten wichtige Erfahrungen sind, die ein Jugendlicher in seinem Praktikum machen sollte.“ 

Präsident Nemeth: „Diese und viele weitere Unklarheiten bei der Anstellung von Ferialpraktikanten führt bei vielen Unternehmern zu Verunsicherung und ist mit ein Grund dafür, dass sich manche Betriebe gegen die Aufnahme von Praktikanten entscheiden.“ Er kritisiert hier aber auch die oftmals billige und populistische Schlechtmache seitens der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft: „Darum bieten auch manche Unternehmen keine Praxispläne mehr an.“ 

Nemeth verlangt daher die Aufnahme von sozialpartnerschaftliche Verhandlungen um sowohl für Betriebe als auch für Schüler optimale rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen: „Bereits gestartete Gespräche wurden im Herbst 2016 von Arbeitnehmerseite ohne Ergebnis beendet. Ich lade daher die Arbeitnehmerseite ein, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine zeitnahe und praxistaugliche Lösung gemeinsam zu finden. Wir von Arbeitgeberseite sind dazu jederzeit gerne bereit.“

Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth
© WKB/Mädl Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth

Das könnte Sie auch interessieren

  • Präsident direkt
Präsident Peter Nemeth
  • Präsident direkt
Präsident Ing. Peter Nemeth