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Neues Tourismusgesetz sorgt für Kopfschütteln

Burgenländische Tourismusbranche

Das heute beschlossene burgenländische Tourismusgesetz hat viele fragwürdige Punkte, welches einerseits einen Freibrief für politische Gemeinden ermöglicht, andererseits die Wirtschaft ausladet.

© WKB/Mädl

Grundsätzlich begrüßt der für Tourismus- und Freizeitwirtschaft zuständige Spartenobmann Kommerzialrat Helmut Tury eine schlankere Struktur der Tourismusverbände, die sich von 15 bzw. 17 (inkl. Kurorte) auf die drei Verbände - Nordburgenland, Mittelburgenland und Südburgenland - verkleinern. Auch die aufgeschlüsselte Aufgabenverteilung zwischen den Tourismusverbänden und der Burgenland Tourismus GmbH sorgt künftig für Klarheit. Doch sieht man genauer hin, erkennt man, dass nun jede Gemeinde für diverse touristische Attraktionen und Projekte, direkt bei der neu aufgestellten Burgenland Tourismus GmbH um Förderungen ansuchen kann.  „Wir haben jetzt in Wahrheit 172 ‚Tourismusverbände‘ - 171 Gemeinden und die Tourismus GmbH. Und die drei neu geschaffene regionalen Tourismusverbände, mit ihrem Vorstand und ihren Geschäftsführern, sind bereits vor dem Arbeitsbeginn entmachtet“, so Spartenobmann Tury.

 

Tury befürchtet, dass es zu einer Ungleichbehandlung von Gemeinden kommen könnte, schließlich sitzen in der neu geschaffenen Burgenland Tourismus GmbH von Landeshauptmann Doskozil ausgewählte Persönlichkeiten. Der neu geschaffene Beirat besteht aus dem Landeshauptmann, den Landesräten, Tourismusverbandsfunktionären und von Landesseite ausgewählten Vertretern von Tourismusbetrieben. In der Vollversammlung, die den Vorstand wählt, ist kein Unternehmer vertreten. „Dies könnte für ein politisches Ungleichgewicht sorgen“, denkt Tury. Ob hier Wirtschaftskompetenz vorhanden sein wird, bezweifelt er. „Die Unternehmerschaft wird ausgeladen, obwohl unsere Mitglieder Tag für Tag Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus im Burgenland am Laufen halten“, so Tury. Für ihn ist somit klar, dass „die Tourismusverbände an der Leine des Burgenland Tourismus sind“, denn die Mittelverteilung beschließt der Beirat.

 

Beim Thema Ortstaxe kann Spartenobmann Tury nur den Kopf schütteln: „Warum soll der Tourismusgast, abhängig vom Nächtigungstarif, unterschiedlich hohe Ortstaxen bezahlen? Das Angebot der Tourismusgemeinde kommt schließlich jedem gleichviel zugute. Das ist ein sozialistischer Ansatz, der die Gäste höherpreisiger Hotels kräftig zahlen lässt.“ Gerade zwischen Haupt- und Nebensaison sorgen unterschiedliche Zimmerpreise und damit unterschiedlich hohe Ortstaxen für Verwirrung unter den Tourismusgästen. Durch die neue Berechnung der Ortstaxe sind Mindereinnahmen von mindestens € 500.000,- zu erwarten.

 

Schlussendlich sind die genannten Punkte ein Beweis für die Machtverteilung in Richtung Land. „Die Ortstaxen gehen direkt an die Burgenland Tourismus GmbH, diese verteilt je nach Förderantrag weiter an die Gemeinden. Ich hoffe, hier werden keine parteipolitischen Entscheidungen getroffen“, so Tury, der eine Benachteiligung mancher Gemeinden und Tourismusbetriebe vorhersagt.

 

„Man möge die Wirtschaft nicht vergessen, denn wir sind der Motor des burgenländischen Tourismus und auch die Zahler. Aber hier gilt offenbar, wer zahlt soll nicht mitbestimmen“, so Tury abschließend.

  Kommerzialrat Helmut Tury, Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft
© WKB/Mädl Kommerzialrat Helmut Tury, Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft

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