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Industrie: Stärkung des Wirtschaftsstandortes Burgenland notwendig

In der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland kam es zu einem Wechsel: Neuer Spartenobmann ist Christoph Blum (Trafomodern, Hornstein), als Stellvertreter unterstützen ihn Manfred Gerger (G² Industrial Engineering, Stegersbach) und KommR Jochen Joachims (Braun Lockenhaus, Hammerteich).

Die burgenländische Industrie ist der Wirtschaftsmotor im Burgenland und mit über 9.000 Beschäftigten einer der Top-Arbeitgeber im Burgenland. Damit das so bleibt ist es gerade in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wichtig, wirtschaftsfördernde Rahmenbedingungen zu stärken.
© WKB
Derzeit gibt es im Burgenland rund 160 Industriebetriebe. Die größten Branchen dabei sind die Metalltechnische Industrie (27 Betriebe), Nahrungs- und Genussmittelindustrie (26), Holz- und Sägeindustrie (26), Chemische Industrie (19), Stein- und keramische Industrie (17) und die Elektroindustrie (14). In Summe haben die Unternehmen über 9.000 Beschäftigte.  
 
Industrie als Wertschöpfungsmotor
Über 28 Prozent der Wertschöpfung im Burgenland wird durch die Industrie erwirtschaftet und stellt damit einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche für die burgenländische Wirtschaft dar. Die Industrie im Burgenland ist vielfältig. Die Industrie hat im Burgenland zum einem viele kleinere bis mittelgroße Industriebetriebe, die mit ihrer Innovationskraft und Flexibilität am Mark reüssieren und einen bedeutenden Anteil an der Wirtschaftsleistung des Burgenlandes haben. Und zum anderen gibt es einige sehr erfolgreiche internationale Leitbetriebe in der Industrie. Die Hebelwirkung der burgenländischen Leitbetriebe ist dabei enorm, sowohl was Arbeitsplätze, öffentliche Abgaben und Investitionen angeht. Als ein Beispiel: ein Beschäftigungsverhältnis in den internationalen Leitbetrieben Burgenlands bedingt in Österreich insgesamt 3,73 Arbeitsplätze.
 
Daher ist es entscheidend, dass auch in Zukunft die burgenländischen Industriebetriebe Rahmenbedingungen vorfinden, die zu weiteren Investitionen und Innovationen motivieren. Dabei geht es insbesondere um räumliches Entwicklungspotential an den Standorten, Infrastruktur, Forschung & Entwicklung, gut qualifiziertes Personal und ein klares Commitment der öffentlichen Hand.
 
Industrie sucht Lehrlinge

Derzeit gibt es im Burgenland 252 Lehrstellensuchende, davon sind nicht alle sofort verfügbar. Das sind um 12 mehr als im Vorjahresvergleich. Gleichzeitig sind 138 offene Lehrstellen beim AMS gemeldet. Das ist ein Plus von 17 Lehrstellen zum Vorjahr.  
Laut einer kürzlich durchgeführten Blitzumfrage unter den IV-Mitgliedern gaben über 90 Prozent der befragten Industrieunternehmen an, ihre Lehrstellenpläne von vor Corona auch einhalten zu wollen. Allein 19 Lehrbetriebe wollen 2020 weit über 50 Lehrlinge aufnehmen. Voraussetzung: Wenn sich geeignete Bewerber finden! Rund 35 dieser ausgeschriebenen Lehrstellen sind derzeit noch nicht besetzt. Manfred Gerger: „Das bedeutet, die Industrie ist sich ihrer Verantwortung zur Ausbildung bewusst. Seit Jahren geht die Kurve der Ausbildungsplätze in der Industrie nach oben. Oberstes Prinzip ist daher, die offenen Lehrstellen so gut als möglich zu besetzen!“
 
Das AMS hat derzeit genug Überbetriebliche Berufsausbildungs-Plätze (ÜBA) und dazu noch 30 Prozent mehr ÜBA-Stellen im Talon, falls sie gebraucht werden. Gerger: „Wir sehen daher keinen Bedarf an einer weiteren ÜBA. Die jungen Menschen aus den bestehenden ÜBAs so schnell als möglich auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, dafür steht die burgenländische Industrie gerne zur Verfügung.“
 
Mindestlohn vernichtet Arbeitsplätze
Um die Löhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verbessern, ist eine allgemeine Senkung der Steuer- und Abgabenquote der einzig richtige Weg und nicht ein 1.700 Euro netto Mindestlohn oftmals finanziert aus Steuergeldern. Christoph Blum: „Statt mit der kontraproduktiven Mindestlohn-Forderung Teilzeit-Arbeit zu stärken, wäre es sinnvoller, Anreize für Vollzeitarbeitsplätze zu schaffen.“

Hinzu kommt, dass Arbeitsplätze gerade im Niedriglohn-Bereich gefährdet sind – durch eine Anhebung des Mindestlohns würde sich dieser Effekt verschärfen. Mindestlöhne werden in Österreich durch Kollektivverträge geregelt. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche sind davon erfasst, ebenso so gut wie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dementsprechend liegt es nahe, dieses Thema in bewährter Form auf Kollektivvertragsebene zu regeln. Dies ist Aufgabe der Kollektivvertragspartner und dabei sollte man es belassen.
 
Digitalisierungsboost erfordert Breitbandkapazitäten
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende und flächendeckende Versorgung mit Breitband- und Netzinfrastruktur ist. 60 Prozent der Erwerbstätigen haben sich von einem auf den anderen Tag im Homeoffice wiedergefunden, Home-Schooling und Online-Geschäfte haben die Netzkapazitäten an ihre Grenzen gebracht. Gerger: „Die Technik bleibt nicht stehen. Die in den Unternehmen eingesetzte digitale Infrastruktur wird – auch bedingt durch die Corona-Situation – noch schneller adaptiert und erweitert. Umso wichtiger ist ein rascher und kapazitätsmäßig ausreichender Ausbau einer funktionierenden Breitbandinfrastruktur. Eine ausreichend schnelle und verfügbare Internetanbindung gehört heutzutage genauso dazu, wie ein Strom-, Wasser- oder Kanalanschluss.“

Eine von der Wirtschaftskammer Burgenland durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass 67 Prozent der Industriebetriebe mit der derzeitigen Internetanbindung unzufrieden sind. Vor allem in den Bezirken Güssing und Jennersdorf ist die Versorgung ungenügend. Hier besteht Aufholbedarf. Die burgenländische Industrie fordert daher ehest baldige, effiziente Umsetzung des flächendeckenden Breitbandausbaus in allen Bezirken. Der Ausbau sollte im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Ein Update braucht auch die verkehrstechnische Anbindung: Verkehrspolitisch essentielle Projekte, wie der Ausbau bzw. die Verbindung zu internationalen Verkehrsnetzen, müssen rasch umgesetzt werden. Als ein Beispiel kann der Weiterbau der A3 Richtung Staatsgrenze genannt werden. Positiv bewertet die Industrie den derzeitigen Ausbau der S7, der nun endlich realisiert wird. Ebenso begrüßt wird der geplante Ausbau der Kapazitäten im Bereich der Forschung & Entwicklung.  


Info-Grafiken


Christoph Blum (l) und Manfred Gerger
© WKB Christoph Blum (l) und Manfred Gerger


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