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Industrie: Notwendigkeit des gezielten Aufbaus von Humanressourcen

Die Konjunktur springt wieder an, die Auftragsbücher in der Industrie sind wieder gut gefüllt. Ein guter Grund für die Industrie, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Allerdings erweisen sich zwei Faktoren als Wachstumsbremse: Der starke Aufschwung

führt zu entsprechenden Problemen bei den Rohstoff- und Transportkosten in der Zulieferkette und die Rekrutierung von Fachkräften wird immer schwieriger.

© WKB

Für die heimischen Industriebetriebe ist neben der aktuellen Rohstoffknappheit vor allem der Fachkräftemangel weiterhin das größte Hindernis auf dem Weg zum Wirtschaftsaufschwung. „80 Prozent der heimischen Industrieunternehmen haben Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen“, erklärt Christoph Blum, Obmann der Sparte Industrie. Gerade jetzt in Zeiten des Aufschwungs können aufgrund von fehlendem Personal Aufträge teilweise nicht mehr abgearbeitet werden und damit geht Wertschöpfung verloren.

Es fehlen Mitarbeiter quer durch alle Ausbildungsniveaus - von Lehrlingen über Maturanten bis zu Hochschulabsolventen. Für die Industrie sind sämtliche Bildungsstufen wichtig.

Gesucht wird Personal sowohl in (Lehr-)Berufen, vor allem im Metallbereich sowie Elektrotechnik- und Mechatronik Bereich, aber auch hoch qualifizierte Mitarbeiter im Konstruktions- und Entwicklungsbereich, IT oder Forschung & Entwicklung werden händeringend gesucht.

Gesamtstrategie notwendig

Es braucht daher eine Gesamtstrategie gegen den Fachkräftemangel in der Aus- und Weiterbildung: verbesserte Vermittlung von Grundkompetenzen mit Fokus auf den MINT-Bereich und „Digital Skills“, verstärkte Berufsinformation und Berufsorientierung in den Schulen, Attraktivierung der Industrielehre sowie die Schaffung verbesserter Rahmenbedingungen für Fachkräfte im Betrieb durch Förderung von Weiterbildung und Flexibilisierung der Kinderbetreuung mit Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes. „Vor allem eine effizientere Vermittlung von arbeitslos gemeldeten Personen in den ersten Arbeitsmarkt, anstatt sie möglichst lange im System zu halten, ist das Gebot der Stunde. Hier gibt es noch Optimierungspotenzial“, so Blum. 

Fachkräfte-Offensive wichtiger Schritt

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Fachkräfte-Offensive als gemeinsames Projekt der Wirtschaftskammer, IV, Land Burgenland und AMS. Für die Industrie sind im Rahmen dieser Fachkräfte-Offensive vor allem die Bereiche Elektronik/Elektrotechnik/Mechatronik jene, in denen händeringend Fachkräfte gesucht werden. Durch diese rasche und zielgerichtete Ausbildung von Fachkräften werden von Seiten der Industrie positive Effekte im Kampf gegen den Fachkräftemangel erwartet. 

Zukunftswerkstatt

In den Bereichen Elektronik und Mechatronik wird es auch zukünftig großen Bedarf an Fachkräften in der Industrie geben. Daher ist es für die Industrie enorm wichtig, dass in diesen Bereichen im Burgenland eine adäquate, praxisorientierte und auf die Bedürfnisse der heimischen Industriebetriebe ausgerichtete Fachkräfteausbildung gesichert wird. 

Die Sparte Industrie unterstützt hier ein gemeinsames Projekt zum Aufbau einer Zukunftswerkstätte in der Wirtschaftskammer und dem WIFI.

Image der Lehre – Young Stars of Industrie

Die heimischen Industrieunternehmen sind qualitative Lehrlingsausbilder in der burgenländischen Wirtschaft und bilden Jahr für Jahr Lehrlinge aus, die sowohl in der Ausbildung als auch im Unternehmen ausgezeichnete Leistungen vollbringen.

Dies wird oft von der Gesellschaft und Politik nicht so wahrgenommen. „Daher ist es der Sparte Industrie ein wesentliches Anliegen die ausgezeichneten Leistungen der heimischen Industrielehrlinge vor den Vorhang zu bringen“, erklärt Industrie Spartenobmann Christoph Blum: „In den nächsten Wochen werden wir daher im Rahmen von Ehrungen in den Industrielehrbetrieben unsere ‚Young Stars of Industry‘ für ihre Leistungen würdigen.“

Die burgenländische Industrie bildet derzeit in 39 Lehrbetrieben rund 250 Lehrlinge aus. Die meisten Lehrlinge in den burgenländischen Industriebetrieben werden in den Lehrberufen Metalltechnik, Elektrotechnik/Mechatronik und in der Bauindustrie ausgebildet. Insgesamt werden in der burgenländischen Industrie 56 verschiedene Lehrberufe und Berufszweige gelehrt. „Gerade jetzt sind die Chancen, einen interessanten und gut bezahlten Job in der burgenländischen Industrie zu finden, größer denn je. Diese Chancen müssen aber auch angenommen und genutzt werden“, hält Blum fest. 

Die technologischen Stärkefelder des Burgenlandes 

„Bei der Wirtschaftsleistung hat sich das Burgenland erfolgreich an den ökonomischen Österreichschnitt herangearbeitet. Dies ist das Ergebnis eines jahrelangen, aktiv gestalteten Strukturwandels von der land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion hin zur Industrie und Dienstleistung. Dieser Weg muss konsequent weiterverfolgt werden“, hält Spartenobmann-Stv. Manfred Gerger fest.

Insbesondere sind die informations-, wissens- und technologieorientierten Wirtschaftsstrukturen und die Digitalisierung zu forcieren. Die F&E-Quote des Burgenlandes befindet sich mit 0,86 Prozent des Bruttoregionalproduktes, trotz großer Bemühungen, immer noch weit unter dem Österreichschnitt. 

Allerdings ermittelte die aktuelle Economica Studie „100 Jahre Burgenland bei Österreich & 40 Jahre IV Burgenland“, erstellt im Auftrag der IV Burgenland und der Wirtschaftsagentur Burgenland, in einer Innovationsanalyse die technologischen Stärkefelder des Burgenlandes. Hier zeigt sich im Bereich der erneuerbaren Energie eine relative Stärke, die durch die Bereiche Elektronik, Lichttechnik, Maschinenbau und Medizintechnik unterstützt wird.

Zwei HTLs, die Fachhochschule Burgenland oder die Forschungsgruppe „Smart Connected Lighting“, die zu „Materials“, dem Institut für Oberflächentechnologien und Photonik der Joanneum Research, gehört, sind Ausbildungs- und Forschungsstätten, welche diese Stärkefelder bereits jetzt wirksam unterstützen.

Wie halte ich die Jungen im Lande?

Die Economica Studie zeigt aber auch ein Bevölkerungsszenario bis 2100, demzufolge die Zahl der Einwohner/Einwohnerinnen in der Altersgruppe der über 65-jährigen um 84 Prozent zunehmen wird. Die Gruppe der Erwerbstätigen nimmt hingegen voraussichtlich sogar um 7,1 Prozent ab, während die Gruppe der unter 20-jährigen nur um rund 5.000 Personen oder 9,2 Prozent wachsen wird.

„Es wird daher große Anstrengungen brauchen, um die jungen Menschen im Lande zu behalten, die diese technologischen Hotspots vorantreiben können. Dazu gehören Perspektiven wie hoch qualitative Kinderbetreuungseinrichtungen, optimale Infrastruktur, Breitbandverfügbarkeit und Bildungs- und Freizeitangebote“, so Gerger. 

Forschungsstätten und der sekundäre und tertiäre Bildungsbereich, mit Fokus auf MINT-Ausbildung, besonders auch für Frauen, müssen ausgebaut werden. Hier liegt die technologische Zukunft des Burgenlandes, welche uns attraktive Arbeitsplätze und Wohlstand sichert!

© WKB Christoph Blum, Spartenobmann Industrie und Manfred Gerger, Spartenobmann Stv. Industrie


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