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Heute die Digitalisierung und morgen die Abschaffung des Bargeldes?

Den burgenländischen Banken ist es wichtig, ihren Kunden die volle Wahlmöglichkeit und persönliche Freiheit zu lassen.

Die heimischen Banken sind derzeit ein beliebtes Thema in der öffentlichen Diskussion: Negativzinsen müssen laut aktueller Rechtsprechung an Kredit- und Leasingkunden zurückgezahlt werden. Die Digitalisierung lässt befürchten, dass das Bankgeschäft noch unpersönlicher wird. Die Abschaffung des Bargelds wird diskutiert.
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  • Im Vorjahr wuchs der digitale Zahlungsverkehr erstmals um rund zehn Prozent weltweit.
  • Bankomatbehebungsentgelte: Änderungen ab 13. Jänner 2018
  • Belastungen durch Rückzahlung an Kredit- und Leasingkunden

 

Rund 150 bargeldlose Zahlungen pro Kopf gab es 2016 in Österreich. In skandinavischen Ländern waren es hingegen dreimal so viele. Auch Staaten wie die USA, Schweiz und Deutschland liegen deutlich vor Österreich. Zudem ist Österreich im Vergleich mit einigen anderen Ländern sehr gut mit Bankomaten versorgt, bei denen in der Regel das Abheben kostenlos ist. Während in Österreich auf 10.000 Einwohner 9,7 Geräte kommen, sind es in der Schweiz 8,3, in Deutschland knapp 7 und in den Niederlanden gut 4.

 

„In Österreich gibt es immer noch zahlreiche Geschäfte, die Kartenzahlungen nicht annehmen. In Norwegen und Schweden lehnen hingegen manche Geschäfte Bargeld ab. Die Österreicher wollen Wahlfreiheit und nicht verpflichtet sein mit Karte zu zahlen.

 

Dabei geht es auch um Diskretion und persönliche Bewegungsfreiheit. Am häufigsten wird Bargeld bei uns im Kaffeehaus beziehungsweise Restaurant genutzt, aber auch an den heimischen Supermarktkassen erfolgt die Hälfe der Käufe immer noch mit Scheinen und Münzen“, führt Spartenobmann Kommerzialrat Mag. Harald Berger aus.

 

Bankomatbehebungsentgelte: Änderungen ab 13. Jänner 2018 in Kraft

„Umso unverständlicher ist der zuletzt gefasste Gesetzesbeschluss zu Bankomatgebühren“, so Berger, „dieser sieht vor, dass ab 13. Jänner 2018 Banken Gebühren von unabhängigen Drittanbietern (zum Beispiel Euronet) zu tragen haben, ohne dass sie Einfluss auf die Höhe der Gebühren durch den unabhängigen Bankomatbetreiber und auf die Behebung durch den Karteninhaber haben. Zudem dürfen Banken Entgelte für Behebungen an Bankomaten bei Konsumenten nur mehr dann verlangen, wenn diese Entgelte im Einzelnen ausgehandelt wurden, wobei man hier dem Kunden zwei „gleich gute“ Angebote machen muss.

Demnach müsste eine österreichische Bank die von Drittanbietern dem Kunden in Rechnung gestellten Entgelte überweisen und könnte sich nicht beim Karteninhaber regressieren.

Das Gesetz ist verfassungsrechtlich sehr problematisch, weil es in die Vertragsautonomie der Banken eingreift und Banken verpflichtet werden, Kosten der Drittanbieter zu übernehmen (Vertrag zu Lasten Dritter).“

 

Kommt die Geldbörse der Zukunft ohne Bargeld aus?

„Den burgenländischen Banken ist es wichtig ihren Kunden die volle Wahlmöglichkeit und persönliche Freiheit zu lassen, ob sie lieber mit Bargeld, Karte oder Onlinebanking zahlen möchten. Bargeld ist noch immer das Zahlungsmittel, das am besten funktioniert und am leichtesten zugänglich ist“, ergänzt Spartenobmann Kommerzialrat  Direktor  Mag. Berger. Er habe angesichts der Emotionen, die mit Bargeld verbunden sind „persönlich Schwierigkeiten mit der Vorstellung einer gänzlich bargeldlosen Gesellschaft“ und sei überzeugt, dass es auch in Zukunft keine bargeldlose Gesellschaft geben wird, sondern erwartet eher ein Nebeneinander von verschiedenen Zahlungssystemen.

 

Spartenobmann-Stellvertreter Kommerzialrat Gerhard Nyul: Negativzinsen - Banken müssen Millionen zurückzahlen

Seit dem zweiten Quartal 2015 sind die Geldmarktzinsen (LIBOR/EURIBOR), welche als Indikatoren für variabel verzinste Kredite gelten, negativ. Die heimischen Banken müssen nach entsprechenden Urteilen des Obersten Gerichtshofs zu hoch verrechnete Kreditzinsen zurückzahlen.

Die bisherigen Urteile des OGH beziehen sich ausschließlich auf konsumenten-geschützte Privatkredite.

 

Nicht betroffen sind Kreditverträge, die seit 2014 durchgehend einen Fixzinssatz hatten oder bereits vor Ende 2014 ausgelaufen sind. Nicht betroffen sind auch Leasingverträge bei denen eine fixe Leasingrate oder ein Fixzinssatz vereinbart wurde.

 

„Für die österreichischen Banken wird mit einem Rückzahlungsbetrag in der Höhe von rund 360 Millionen Euro gerechnet“, so Kommerzialrat Gerhard Nyul. „Es schmerzt uns insofern, weil wir als burgenländische Regionalbanken nicht am internationalen Kapitalmarkt Geld aufnehmen. Wir refinanzieren uns durch die Spar- und Termineinlagen, die uns die Burgenländer bringen, welche nach wie vor verzinst werden.“

 

Am Beispiel eines privaten 100.000,- Euro Wohnbaukredits wären das etwas mehr als 1.500,- Euro, bei einem CHF-Kredit bzw. rund 400,- Euro bei einem EUR-Kredit, die überschlagsmäßig zurückbezahlt werden müssen. Die EDV-technische Abbildung der Rückverrechnung wird einige Monate in Anspruch nehmen, sodass mit einer Gutschrift bis Ende des Jahres gerechnet werden kann.

„Für Firmenkredite existiert derzeit keine derartige Judikatur. Bei Verträgen mit Unternehmen kann man davon ausgehen, dass hier getroffene Floor-Vereinbarungen unverändert Gültigkeit haben“, ergänzt Nyul.

 

Spartenobmann-Stellvertreter Dr. Rudolf Könighofer:

„Digitale Regionalbank“ – die Welt der Banken ändert sich

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche schreitet immer schneller voran und beeinflusst natürlich auch den Bankensektor. Für die burgenländischen Banken, die sich Werten wie Vertrauen und Sicherheit verpflichtet fühlen, erwachsen dadurch besondere Herausforderungen. Es gilt Kundenbeziehungen und das regionale Netzwerk in die digitale Welt hineinzutragen.

 

„Österreichische Bankkunden sind besonders digital und nutzen das gewaltige Potential der Digitalisierung auch im internationalen Vergleich intensiv. Gerade für Verbraucher bringt der Ausbau des digitalen Geschäftsverkehrs greifbare Vorteile mit sich, etwa der beschleunigte Zugang zu Informationen und eine fokussierte Auswahl sowie höhere Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Das Smartphone ist bei den Menschen in Österreich auch zur virtuellen Bankfiliale geworden“, betont Dr. Rudolf Könighofer. Gleichzeitig weist der Bankensprecher aber darauf hin, dass die Banken den heimischen Kunden nur dann das volle Potenzial und alle Anwendungsmöglichkeiten der Digitalisierung anbieten können, wenn auch die entsprechenden Rahmenbedingungen vorliegen.

 

„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen mit den Kundenbedürfnissen Schritt halten. Medienbrüche durch gesetzliche Vorgaben müssen im Interesse von Kunden und Banken vermieden werden, um das Potenzial der Digitalisierung voll umsetzen und nutzen zu können. In diesem Sinne sollte beispielsweise die digitale Unterschrift auch durch neue innovative technische Lösungen möglich sein“, unterstrich der Bankensprecher. „Auch wenn Banking digitaler wird, bleibt die Beziehung zwischen Kunde und Bank auch künftig vom persönlichen Austausch mit dem Kundenbetreuer geprägt“, so Könighofer.


Cybersicherheit als siamesischer Zwilling der Digitalisierung

Oberste Priorität hat jedenfalls der Bereich der Cybersicherheit. Daher sei es „unbedingt notwendig“, hier adäquate rechtliche Rahmenbedingungen für Cybersicherheit zu schaffen.

Kritik äußerte Könighofer an den immer weiter zunehmenden bürokratischen Belastungen: „Auf der einen Seite werden in Europa sogenannte Echtzeit- oder Instantüberweisungen vorbereitet, auf der anderen Seite werden Kunde und Bank oft mit unnötiger Bürokratie und Vorgängen belastet. Generell sollte sichergestellt werden, dass die Bank dem Kunden die Informationen zur Verfügung stellt und der Kunde selbst entscheidet, in welcher Form er die Informationen erhält. Ein Beispiel ist die zwingende Zustellung von Informationen in schriftlicher Form, auch wenn der Kunde bewusst nur das Online-Angebot nutzen will.“

 

Weiteres Beispiel sei etwa der Aushang zu Devisenwechselkursen sowie Angaben über Sparzinsen, Entgelte, AGB und Informationen über die Einlagensicherung in

Bankstellen, die man durch eine Offenlegung auf der Homepage ablösen könne, um hier unnötige und auch vom Kunden nicht gewünschte Bürokratie zu vermeiden.

 

 „Sinnvoller Konsumentenschutz beginnt dort, wo die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund steht. Die Vermeidung von Golden Plating, also das Aufdoppeln immer weiterer Regularien gegenüber anderen europäischen Mitbewerbern, muss die nächste Bundesregierung auf die Agenda setzen. Hier sehen wir Handlungsbedarf“, so Könighofer abschließend.

 

Banken im Burgenland

Im Burgenland gibt es etwa 230 Bankstellen/Filialen mit rund 1.700 Mitarbeitern.

 

Infos: http://wko.at/bgld/banken


Spartenobmann-Stellvertreter Kommerzialrat Gerhard Nyul, Spartenobmann Kommerzialrat Mag. Harald Berger und Spartenobmann-Stellvertreter Dr. Rudolf Könighofer
Spartenobmann-Stellvertreter Kommerzialrat Gerhard Nyul, Spartenobmann Kommerzialrat Mag. Harald Berger und Spartenobmann-Stellvertreter Dr. Rudolf Könighofer

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