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Ernte im Durchschnitt

Die Getreideernte im Burgenland ist im Endspurt. Laut aktuellen Zahlen ist die Getreideernte 2022 durchschnittlich ausgefallen. Bei gleichbleibender Anbaufläche konnte bei der Produktion sogar ein zartes Plus erarbeitet werden.

Präsentierten die Erntebilanz 2022: Martin Pinczker, Bioproduzent, Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann-Stv., Hannes Mosonyi, Obmann Agrarhandel und Matthias Grün, Bio-Landgut Esterhazy (v.l.).
© WKB

Die gesamten Ackerflächen des Burgenlands sind gegenüber 2021 mit 155.700 Hektar annähernd gleichgeblieben (Fläche Burgenland: 396.500 Hektar), die Flächen für Getreideanbau sind dabei aber um rund 2.100 Hektar gestiegen. Die Flächen werden zu rund 62 Prozent konventionell und zu 38 Prozent biologisch bewirtschaftet. Die Flächengewinner sind Raps mit einem Plus von rund 10 Prozent und Soja mit einem Plus von 8 Prozent. Die Anbaufläche für Sonnenblumen ging um 25 Prozent zurück, Sorghum, eine Hirseart, verlor 21 Prozent der Anbauflächen. 


„Gerade in europaweit schwierigen Zeiten, ist es als Agrarhändler unser Ziel, die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen landwirtschaftlichen Produkten zu sichern. In unserer Berufsgruppe hat es in den vergangenen Jahren schon weitreichende Veränderungen gegeben. Mit dem Krieg in der Ukraine sind noch nie dagewesene Herausforderungen dazugekommen,“ erklärt Hannes Mosonyi, Obmann des burgenländischen Agrarhandels, anlässlich der Präsentation der Erntebilanz 2022 und ergänzt: „In dieser weltweit angespannten Situation zeigt es sich, dass der Agrarhandel eines der wichtigsten Glieder in der Kette ist, um das heimische Versorgungssystem aufrecht zu erhalten. Angesichts der Kriegssituation in der Ukraine – welche unbestritten deutliche Auswirkungen auf den Agrarmarkt und somit die Versorgungssicherheit in Europa hat – plädiert das Landesgremium Agrarhandel für eine Anhebung des höchstzulässigen Gesamtgewichts bei Agrartransporten mit dem Lkw von 40 auf 44 Tonnen. Mit dieser Maßnahme könnte schnell und unbürokratisch deutlich mehr Nutzlast auf die Straße gebracht werden. Ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von über 40 Tonnen ist bereits in 12 EU-Ländern, wie beispielsweise Italien oder Belgien, gegeben und auch in unserem Nachbarland Deutschland drängt man dieser Tage auf eine Erhöhung.“     


Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann-Stv., betonte dazu: „Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die angespannte Situation rund um steigende Betriebsmittelpreise weiter angeheizt und Preis-Spekulationen weiter befeuert. Als Reaktion ist daher notwendig, dass wir, mit regionaler, nachhaltiger und biologischer Erzeugung, in der gesamten Wertschöpfungskette unabhängiger werden und raus aus den bestehenden Abhängigkeiten kommen. Die Bio-Landwirtschaft könne gerade in diesen Zeiten ihre Stärken ausspielen, da sie weitgehend unabhängig wirtschaftet. Jeder Hektar, der biologisch bewirtschaftet wird, ist gut für die Umwelt, das Klima und gleichzeitig eine Investition in ein resilienteres Lebensmittelsystem. Ein Abweichen vom erfolgreichen Biokurs des Burgenlandes bedeutet eine Erhöhung der Abhängigkeit!“


Wichtige Faktoren: regionale Herkunft und höchste Bio-Qualität 

Matthias Grün vom Bio-Landgut Esterhazy erläutert, dass aufgrund der ungünstigen Niederschlagsverteilung der Auswahl von standortangepassten Kulturen sowie dem Zeitpunkt und der Art des Ackerbaus immer mehr Bedeutung zukommt. Damit einhergehend gewinnt die kleinörtliche Betrachtung und Zonierung der Felder weiter an Relevanz und die Vielfalt der angebauten Feldfrüchte sowie die der daraus veredelten Produkte steigt. Regionale Herkunft und höchste Bio-Qualität sind weiterhin die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Vermarktung. 


„Der Klimawandel stellt unsere LandwirtInnen immer wieder vor neue und immer größer werdende Herausforderungen und führt uns diese Abhängigkeit immer deutlicher vor Augen. Ausgehend von den aktuellen Ernteprognosen, werden unsere heimischen LandwirtInnen aber auch heuer die Bevölkerung mit ausreichend Ackerfrüchten versorgen können. Um dem Klimawandel zu begegnen sind dennoch neue Züchtungen innovativer Sorten, die stresstolerant gegenüber starker Hitze und Trockenheit sind, die Anpassung des Kulturartenspektrums und die geeignete Sortenwahl notwendig. Außerdem gilt es vermehrt, wassersparende, humusschonende und innovative Bewirtschaftungsweisen zu forcieren“, erklärte Eisenkopf dazu. 


Martin Pinczker, Bioproduzent, fürchtet Absatzschwierigkeiten: „Beim Biogetreide stehen wir vor großen Herausforderungen. Die Preise steigen allgemein und die Konsumenten beginnen zuerst bei den Lebensmitteln zu sparen. Wir fürchten, dass die Nachfrage nach Bio-Lebensmittel und somit der Absatz sinken wird.“


In der konventionellen Getreideernte liefern der Winterweizen mit 135.000 Tonnen, die Wintergerste mit 26.000 Tonnen und der Roggen mit 8.500 Tonnen, die höchsten Mengen der rund 203.000 Tonnen konventionellen Gesamtproduktion. Somit ergibt sich im Bereich der Produktion ein Verhältnis von rund 72 Prozent konventionell zu 28 Prozent Bio-Produktion.

 

Getreide – Export wird reduziert 

Aus dem Burgenland wird nach wie vor viel Getreide exportiert. So belegen das Getreide und die Ölsaaten gemeinsam den 4. Platz (2021: Platz 2) der Top-Exportgüter des Burgenlands. Das Burgenland exportierte Getreide und Ölsaaten im Wert von rund 190 Millionen Euro (2021: 238 Millionen Euro). 

 

Österreichweit herrscht laut aktuellen Zahlen der AMA ein deutlicher Importbedarf: Einer Produktion von 4,94 Millionen Tonnen steht ein Verbrauch von 6,34 Millionen Tonnen gegenüber. Sowohl der Verbrauch als auch die Produktion steigen tendenziell. Die Versorgungsbilanz der EU weist jedoch ein konträres Bild auf, hier übersteigt die Produktion mit 286 Millionen Tonnen den Verbrauch von rund 258 Millionen Tonnen. Für den Zeitraum 2022/2023 geht man weltweit von einem Verbrauch von 2.280 Millionen Tonnen aus, welchem eine Produktion von 2.555 Millionen Tonnen gegenübersteht.

 

„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns allen nachhaltig etwas Gutes tun, uns von Produkten zu ernähren, die aus Produktionen stammen, die wir nicht nur kennen und deren Herkunft nachvollziehbar ist, sondern vor allem auch, wenn diese darüber hinaus auch noch in biologischer Produktion erzeugt werden“, betonte Eisenkopf abschließend. 


Präsentierten die Erntebilanz 2022: Martin Pinczker, Bioproduzent, Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann-Stv., Hannes Mosonyi, Obmann Agrarhandel und Matthias Grün, Bio-Landgut Esterhazy (v.l.).
© WKB Präsentierten die Erntebilanz 2022: Martin Pinczker, Bioproduzent, Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann-Stv., Hannes Mosonyi, Obmann Agrarhandel und Matthias Grün, Bio-Landgut Esterhazy (v.l.).

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