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Auftragslage auf hohem Niveau

Burgenländische Industrie

Die aktuelle Konjunkturumfrage (2. Quartal 2018) bei den burgenländischen Industriebetrieben weist eine sehr positive Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage auf. Es zeigen sich jedoch Vorboten, dass das Wachstum an Tempo verliert.

Die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage bei den burgenländischen Unternehmen zeigt sich im Vergleich zum vorigen Quartal nochmals verbessert und liegt damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Trotz der derzeit wachsenden geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, wie zum Beispiel der Frage nach dem Brexit, ist die Industrie weiterhin ein verlässlicher Motor der guten Konjunktur im Burgenland. KommR Anton Dallos, Spartenobmann der burgenländischen Industrie: „Umso wichtiger für eine gute Konjunktur sind daher die positiven wirtschaftspolitischen Akzente der neuen Bundesregierung.“

 

Wirtschaftlicher Höhepunkt ist erreicht

Eine leicht rückläufige Einschätzung der Geschäfts- und Auftragslage für die nächsten Monate sind jedoch erste Signale, dass die Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht hat. Darauf deutet auch ein leicht rückläufiger, aber immer noch stabiler Trend der Beschäftigung in den nächsten drei Monaten. Grund dafür sind unter anderem eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels sowie der stärkere internationale Wettbewerb mit dem Druck auf die Verkaufspreise.

 

„Das hohe Niveau der Konjunktur gilt es abzusichern. Mit bereits eingeleiteten Reformen der Bundesregierung sind erste Schritte in die richtige Richtung getan, wie z. B. die von der Industrie lange geforderte Novelle zum Arbeitszeitgesetz welche unseren Betrieben und deren Mitarbeitern mehr Flexibilisierung bringen, oder der gesetzlichen Verankerung des Grundsatzes ´Beraten statt strafen, so Dallos.

 

Dallos weiter: „Trotzdem bedarf es gerade in einer Hochphase weiterer dringend nötiger Reformen in der Verwaltung und der Lohn- und Steuerpolitik. Zu den Umsetzungsprioritäten aus Sicht der burgenländischen Industrie zählen vor allem Investitionsanreize in Forschung und Entwicklung zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie eine Reform des Bildungssystems um dem akuten Fachkräftemangel entgegenzusteuern.“

 

Industriekonjunktur Burgenland – 3. Quartal 2018

Deutliches Wachstum – aber Zenit überschritten

Die aktuelle Konjunkturumfrage weist weiterhin eine sehr gute Geschäftslage und Auftragsbestände in den burgenländischen Industriebetrieben auf. Der konjunkturelle Zenit scheint aber überschritten, was sich auch in den Aussichten für die nächsten 3 bis 6 Monate abzeichnet.

 

Nochmals leicht verbessert im Vergleich zum vorigen Quartal zeigt sich die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage in den burgenländischen Industriebetrieben, und liegt damit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Eine weitere konjunkturelle Steigerung ist allerdings nicht mehr zu erwarten.

 

Trotz steigendem Protektionismus im internationalen Handel bewegen sich die derzeitigen Auslandsaufträge in etwa auf dem gleichen hohen Niveau des vorigen Quartals.

Auch die Auswirkungen eines bevorstehenden BREXIT werden von den burgenländischen Industriebetrieben lt. einer aktuellen Zusatzumfrage als ziemlich gering eingeschätzt.

Die burgenländischen Exporte in das Vereinigte Königreich haben sich seit dem Jahr 2016 um etwa ein Drittel auf rund 45 Mio. Euro verringert. Damit liegt das Vereinigte Königreich nicht mehr unter den Top 10 Außenhandelspartnern der burgenländischen Betriebe. Diese Daten lassen bereits auf eine vorweggenommene Bereinigung und Neuausrichtung der Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich schließen.

 

Betrachtet man die in die Zukunft gerichteten Indikatoren mehren sich die Zeichen für eine konjunkturelle Normalisierung. Für die Geschäftslage in den nächsten 3 bis 6 Monaten wird von keinen weiteren Steigerungen ausgegangen. Auch bei den Verkaufspreisen zeigt sich ein beständiges Bild. Marginal rückläufig aber immer noch stabil ist der Trend der Beschäftigung in den nächsten drei Monaten. Ein Grund dafür ist auch der anhaltende Mangel an qualifizierten Fachkräften.

 

 

Die Konjunkturumfrage des dritten Quartals 2018 im Detail:

Die derzeitige Geschäftslage wird weiterhin äußerst positiv eingeschätzt und übertrifft nochmals die bereits sehr gute Einschätzung des vorigen Quartals. 94 Prozent (83) der Industriebetriebe bewerten sie steigend, 5 Prozent (16) der Betriebe beurteilen sie als gleichbleibend und nur 1 Prozent der Befragten (1) als fallend.

 

Auch mit der Entwicklung des Auftragsbestandes zeigen sich die Unternehmen sehr zufrieden. Von 94 Prozent (83) der befragten Unternehmungen wird er als steigend beurteilt. Dies ergibt nochmals einen Zuwachs der bereits sehr guten Einschätzung im vorigen Quartal. 5 Prozent (15) sehen eine gleichbleibende Entwicklung des Auftragsbestandes und nur 1 Prozent der Unternehmen (2) erwartet rückläufige Aufträge.

 

Konstant positiv zeigt sich ebenfalls die Beurteilung der Auslandsaufträge. 69 Prozent (68) gehen von steigenden Auslandsaufträgen aus. Dieser Wert liegt damit deutlich über der Bewertung im vorigen Quartal. 29 Prozent (28) sehen eine gleichbleibende Entwicklung und lediglich 2 Prozent (4) rückgängige Auslandsaufträge.

 

Mit einer relativ stabilen Entwicklung rechnet man bei den Verkaufspreisen in drei Monaten. Die hohen Rohstoffpreise in sehr vielen Produktionsbereichen der Industrie und der damit verbundene Druck auf den internationalen Märkten führt dazu, dass lediglich 2 Prozent (3) von steigenden Verkaufspreisen ausgehen, 95 Prozent (92) der befragten Unternehmen erwarten stabile Preise und 3 Prozent (5) gehen von fallenden Verkaufspreisen aus.

 

Eine etwas zurückhaltende Einschätzung zeigt die Beurteilung des Beschäftigtenstandes in drei Monaten. 8 Prozent (22) der befragten Betriebe planen in drei Monaten mehr Arbeitnehmer zu beschäftigen. 85 Prozent (73) gehen von einer konstanten Mitarbeiterzahl aus, und 7 Prozent (5) der Betriebe planen den Beschäftigtenstand eventuell zu reduzieren.

 

Etwas vorsichtig beurteilt man die Entwicklung bei der Geschäftslage in sechs Monaten.

Keiner der Betriebe (8) rechnen mit besseren Ergebnissen. 98 Prozent (85) sind der Meinung, dass die Geschäftslage unverändert bleiben wird. 2 Prozent (7) erwarten eine Verschlechterung der Geschäftslage in sechs Monaten. Diese zurückhaltende Einschätzung deutet darauf hin, dass der Konjunkturzyklus seinen Höhepunkt überschritten hat.

 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 2. Quartals 2018.

„Die Konjunkturumfrage ergibt für die burgenländische Industrie weiterhin sehr gute Konjunkturwerte. Der konjunkturelle Zenit scheint aber überschritten.

Vor diesem Hintergrund ist jede einzelne Maßnahme, mit der die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich gesteigert wird, zu begrüßen.“, resümiert KommR Dallos, Spartenobmann der burgenländischen Industrie.

„Durch den Beschluss der Arbeitszeitflexibilisierung der Bundesregierung werden dringend notwendige Anpassung an die moderne Arbeitswelt vorgenommen.

Trotzdem bedarf es noch weiterer dringender Entlastungen im Bereich der im internationalen Vergleich hohen Steuern, Abgaben sowie Lohnnebenkosten. Dazu bereits angekündigte Reformen sind im Interesse der Wirtschaft und der Bevölkerung gleichermaßen.“

 


 

Spartenobmann KommR Anton Dallos
© WKB/Mädl Spartenobmann KommR Anton Dallos


Konjunkturumfrage

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