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Agrarhandel sichert die Versorgung

Das Landesgremium des burgenländischen Agrarhandels präsentierte gemeinsam mit Argrar-Landesrätin Verena Dunst und Pannatura die Ergebnisse der gegenwärtigen Ernte, sowie einen Ausblick auf die kommenden Herbstkulturen. Ebenso standen die aktuellen Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung im Burgenland im Mittelpunkt der Veranstaltung.
© WKB

Das Landesgremium des Agrarhandels der Wirtschaftskammer Burgenland vertritt die Interessen der Mitgliedsbetriebe in den Bereichen des Handels mit Getreide und Ölsaaten, aber auch des Obst- und Gemüsehandels, sowie des Vieh- und Fleischhandels.

Hannes Mosonyi, Obmann Landesgremium Agrarhandel: „Als Agrarhändler ist es unser Ziel, die Erträge und Einkommen unserer heimischen Landwirte zu sichern. Fast keine andere Berufsgruppe hat in den letzten Jahren so weitreichende Veränderungen in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft miterlebt wie die Landwirtschaft.“ Mosonyi erklärt: „Stark schwankende Preise bringen rasche Änderungen der Warenströme mit sich und machen eine optimale Vermarktung und verkehrsträgerübergreifende Logistik notwendig. Der burgenländische Agrarhandel stellt sich diesen Herausforderungen und unterstützt die Landwirtschaft und die Verarbeiter dabei Risiken zu minimieren und Potenziale bestmöglich zu nutzen.“

Landesrätin Verena Dunst ergänzt: „Mit Sorge betrachten wir die Preisentwicklung, da sich die Preise derzeit bereits am unteren Limit bewegen.“

Die Zahlen zur Ernte 2018

Die Ernte ist im Burgenland weitgehend abgeschlossen. Mosonyi zu den Erträgen: „Laut den aktuellsten Prognosen gehen wir von einer leicht unterdurchschnittlichen Getreideernte 2018 aus. Der extrem trockene und warme Frühling 2018 trug - vor allem im Nordburgenland - maßgeblich dazu bei.“

Diese Niederschlagsdefizite und Hagelunwetter in nahezu allen Bezirken verursachten laut der Österreichischen Hagelversicherung im Burgenland im Jahr 2018 bis dato einen Gesamtschaden von rund 10 Millionen Euro.

Die Getreideflächen wurden gegenüber 2017 um 4 % auf 151.867 Hektar ausgeweitet. Die Flächen werden zu 69% konventionell bzw. zu 31 % biologisch bewirtschaftet. Die Flächenausweitung betrifft weitgehend den Winterweizen und die Wintergerste. Tendenziell lässt sich eine generelle Flächenzunahme bei den Wintergetreiden und eine Flächenabnahme bei den Sommergetreiden erkennen. Mosonyi geht ins Detail: „Flächengewinner sind auch der Mais mit einem Plus von 11% und Soja mit einem Plus von 6%. In der Sojaanbaufläche ist das Burgenland mit rund 21.000 Hektar führend in ganz Österreich.“ Agrar-Landesrätin Verena Dunst dazu: „Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Vegetation gibt es heuer eine sehr frühe Ernte wobei Qualität und Menge gut sind.“ 

Erträge der gängigsten Sorten im konventionellen Getreideanbau

Beim Winterweizen, der die Hauptgetreideart im Burgenland ist, gibt es eine um etwa 20% geringere Ernte, mit zu Teil unterdurchschnittlichen Hektolitergewichten, allerdings mit durchwegs guten Proteinwerten von 15 - 18 %. Das bedeutet, dass der Markt einen Überschuss an Premiumweizen hervorbringt, da aufgrund der Witterungssituation wesentlich weniger Qualitäts-, und Mahlweizen geerntet wurde.

Beim Raps gab es ebenfalls eine um 25-30% geringere Ernte.  Beim Hartweizen oder auch Durumweizen, der in der Nudel- und Teigwaren Produktion verwendet wird, ist die Ernte noch nicht zur Gänze abgeschlossen, allerdings werden wir auch hier, nach den vorliegenden Ergebnissen, eine ebenfalls um 20-30% geringere Ernte haben.  

In der konventionellen Getreideernte liefern der Winterweizen mit rund 144.000 t, die Wintergerste mit rund 28.000 t und der Hartweizen mit rund 13.000 t die höchsten Mengen der rund 210.000 t konventionellen Gesamtproduktion.

Somit ergibt sich im Bereich der Produktion ein Verhältnis von rund 76 % konventionell zu 24 % bio-Produktion. Landesrätin Verena Dunst freut dies: „Als Agrarlandesrätin bin ich besonders stolz, dass das Burgenland im Getreideanbau den höchsten Bioanteil aller Bundesländer hat.“

Martin Pinczker, Bioproduzent und -händler aus Unterkohlstätten, ergänzt: „Bioprodukte werden vom Konsumenten immer mehr gefragt. Somit kommen auch immer mehr heimische Produkte in den Verkauf. Bioprodukte sind aber noch mehr als im konventionellen Anbau, vom Klima und Umwelt abhängig. Daher kommt es auch bei den Preisen zu Schwankungen, da die Kunden aber heimische Bioprodukte schätzen, werden diese Schwankungen auch akzeptiert.“

Matthias Grün, Geschäftsführer Pannatura GmbH: „In der herausfordernden Saison 2017/2018 hat sich einmal mehr gezeigt, dass, gerade in Zeiten des Klimawandels, der Sortenwahl und dem richtigen Anbauzeitpunkt immer mehr Bedeutung zukommt. Forschung, Information und Austausch unter den Landwirten, wie dies zuletzt bei den Biofeldtagen 2018 anhand der 160 Schauparzellen und passenden Sortenanlage anschaulich ermöglicht wurde, sind daher wichtige Entscheidungsstützen für eine erfolgreiche Wirtschaftsweise.“

Mosonyi zur derzeitigen Marktsituation: „In Österreich herrscht laut Zahlen der AMA ein deutlicher Importbedarf: Einer Produktion von 4,9 Millionen Tonnen steht ein Verbrauch von rund 6 Millionen Tonnen gegenüber. Sowohl der Verbrauch als auch die Produktion steigen tendenziell. Die Versorgungsbilanz der EU-28 weist ein konträres Bild auf, hier übersteigt die Produktion mit 299 Mio Tonnen den Verbrauch von rund 286 Millionen Tonnen.“

Mosonyi zu den Folgen daraus: „Dadurch können die Lagerbestände der EU ausgebaut werden. Weltweit überstieg der Getreide-Verbrauch die Produktion erstmals im Jahr 2017. Dies bedeutet, dass aktuell weltweit mehr Getreide verbraucht als produziert wird. Die weltweit vorhandenen hohen Lagervorräte können dies derzeit noch kompensieren.“

WK-Direktor Rainer Ribing; Matthias Grün, Geschäftsführer Pannatura; Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Betriebe; Hannes Mosonyi, Obmann Landesgremium Agrarhandel; Landesrätin Verena Dunst und Martin Pinczker, Bioproduzent und -händler
© WKB WK-Direktor Rainer Ribing; Matthias Grün, Geschäftsführer Pannatura; Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Betriebe; Hannes Mosonyi, Obmann Landesgremium Agrarhandel; Landesrätin Verena Dunst und Martin Pinczker, Bioproduzent und -händler
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