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„Wir bieten Tradition mit Adrenalinkick!“

Jahrestagung der Schausteller

In Deutschkreutz (Bgld.) fand die Jahrestagung der österreichischen Schausteller statt. Mehr als 50 Unternehmer trafen sich zur Tagung des Fachverbandes der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe (WKÖ), um einerseits Resümee über die Saison zu ziehen, aber auch um die Herausforderungen für die Branche zu diskutieren. Beim Arbeitskräftemangel sucht auch diese Branche händeringend nach Lösungen.

© WKB

„Wir Schausteller haben einen sehr schönen Beruf: Wir machen Freizeit zum Vergnügen. Wir bieten den Gästen auf unseren Fahrgeschäften den gefahrlosen Adrenalinkick oder Gruseleffekt, aber wir leben auch Tradition. Jahrhunderte alte Volksfeste und Märkte haben nicht nur kulturelle Bedeutung, sondern auch Kultstatus,“ betont Heimo Medwed, Obmann des Fachverbandes der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe, die positiven Seiten des Schaustellerberufes. Dieser weiter: „Im Festzelt oder im Fahrgeschäft ist es wie kaum woanders eine Selbstverständlichkeit, dass der Herr Doktor, der Herr Bürgermeister oder der Herr Abgeordnete neben dem Arbeiter, dem Lehrer, oder dem Studenten sitzt, das heißt, wir bieten Plätze der Begegnung für alle Schichten der Bevölkerung. Aus all diesen Gründen hat unser Beruf nicht nur Geschichte und Tradition, sondern ist auch zukunftsfit. Zukunftsfit auch deshalb, weil die Besucherzahlen auf den Traditionsfesten nicht zurückgehen, sondern eher steigen, denn auf dem Volksfest kann man sich auch vergnügen ohne einen Cent auszugeben.“

 

Gager: „Traditionsfeste wurden gestürmt!“

Verena Gager, Berufsgruppensprecherin der burgenländischen Schausteller zur abgelaufenen Saison: „Insgesamt kann die Branche auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Die sehr trockenen und sonnenreichen Sommer – bzw. Herbstmonate haben das Geschäft der Schausteller zwar nicht immer begünstigt, jedoch wurden vor allem die großen Traditionsfeste von den Besuchern geradezu gestürmt.“ Im Schnitt werden pro Besucher durchschnittlich 41 – bis 60 Euro für Fahrgeschäfte ausgegeben.

 

„Aber wie jeder andere hat auch dieser Beruf seine Schattenseiten: Auf- und Abbau der Fahrgeschäfte bei jedem Wetter und widrigsten Umständen, hohe Kosten für die Platzmieten, Road Pricing und überbordende Bürokratie machen den Unternehmern schwer zu schaffen. Wir gehören zum Tourismus, warten aber noch immer auf die Rücknahme der 13% Mehrwertsteuer, die dem gesamten Tourismus und nicht nur den Beherbergungsbetrieben versprochen wurde. Das ist eine grobe Benachteiligung einer Branche, welche umgehend zu sanieren ist. Schausteller können die Fahrpreise nicht einfach um ein paar Cent erhöhen, da aus praktischen Gründen beim Geldwechsel immer Runde Beträge ausgepreist werden müssen und eine - in Wahrheit notwendige Erhöhung der Preise um 50 Cent – den Besuchern nicht zumutbar ist“, so Medwed.

 

Arbeitskräftemangel – „An der Entlohnung liegt es nicht!“

„Die größten Probleme drohen jedoch durch den immer eklatanter werdenden Arbeitskräftemangel. Ich weiß von Betrieben, die heuer erstmals Festplätze absagen mussten oder ihr Fahrgeschäft gar nicht aufbauen konnten, weil keine Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Dadurch ist die Existenz eines Unternehmens massiv bedroht, da die Verträge für die Plätze bereits ein Jahr im Vorhinein unterschrieben werden und die Stornogebühren bis zu 100 Prozent betragen“, so Heimo Medwed und appelliert: „Wir ringen um jeden Mitarbeiter, daher ergeht die dringende Forderung an die Regierung umgehend Aktivitäten zu setzen, um diesem Mangel so rasch als möglich Einhalt zu gebieten. Als ersten Schritt fordern wir die sofortige Erhöhung der Saisonier Kontingente für die Schausteller, welche in den letzten Jahren sukzessive gekürzt wurden. Als weitere Maßnahme einen Masterplan zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels.

 

Fachverbandsobmann Medwed abschließend: „Jeden Politiker, der noch immer der Meinung ist, dass es kein Problem gibt, Mitarbeiter zu finden, wenn man diese ausreichend entlohnt, den lade ich gerne auf einen Rundgang zu den Unternehmern in den Vergnügungspark ein. Denn an der Bezahlung liegt es in dieser Branche sicher nicht.“


Heimo Medwed, Obmann des Fachverbandes der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe mit Verena Gager, Berufsgruppensprecherin der burgenländischen Schausteller
© WKB Heimo Medwed, Obmann des Fachverbandes der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe mit Verena Gager, Berufsgruppensprecherin der burgenländischen Schausteller

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